Der seit zehn Jahren bestehende Forstbetrieb Rothenkirchen der Bayerischen Staatsforsten, der sich von der Rennsteigregion an der thüringischen Grenze bis in den Bereich von Vierzehnheiligen und Kloster Banz erstreckt, ließ im Forstrevier Klosterlangheim, in der Nähe von Trieb, ein Kreuz errichten, das am Freitagabend im Beisein zahlreicher Trieber Bürger durch den Pastoralreferenten Clemens Grünbeck gesegnet wurde. Forstbetriebsleiter Peter Hagemann betonte bei seiner Begrüßung, die Mitarbeiter des Forstbetriebes wollten mit der Aufstellung des Kreuzes als Symbol des Dankes ein Zeichen dafür setzen, dass man bei der Waldarbeit trotz Sturmkatastrophen und Schneebrüchen sowie umfangreicher Holzeinschläge, aber auch bei der Jagd von schweren Unfällen verschont geblieben sei.
Zu der Feier habe man deshalb neben der Trieber Ortsgemeinschaft mit Ortssprecher Hermann Steinbach auch die Jagdgäste, Holzrücker sowie weitere Partner eingeladen.

Am Rundwanderweg

Auch der RVC Trieb war an der Organisation beteiligt, schließlich säumt das Kreuz den vor Jahren auf Initiative des Vereins entstandenen Rundwanderweg "Auf Klosterspuren". Das Kreuz steht in unmittelbarer Nähe der etwa einen Kilometer südlich von Trieb im Wald gelegenen historischen "Krummen Brücke", die Forstrevierleiter Gerd Barnickel erst kürzlich als Kulturdenkmal hatte sanieren lassen.
Der Korpus des Kreuzes wurde von Hermann Przibylla aus einem Holzstück eines Zwetschgenbaumes gestaltet und für das Waldkreuz gestiftet. Der Trieber Bürger arbeitet gerne mit Holz und hat ein Auge für die vorgegebenen Formen eines Baumes, schließlich hat er bereits eine zweite Christusfigur aus einem anderen Zwetschgenbaum geschaffen und ein Kreuz dazu gefertigt, das er seinem Geburtsort Eibenberg bei Wilhelmsthal stiften will.
Pastoralreferent Clemens Grünbeck, der in einer Andacht das Kreuz segnete, war stark von dem Jesuskorpus beeindruckt, der nicht wie bei anderen Kreuzen kerzengerade ausgerichtet ist, sondern entsprechend dem Stück Holz, aus dem er herausgearbeitet wurde, eine ungewöhnlich gekrümmte Haltung einnimmt und sich dadurch sehr realistisch vor Schmerzen zu winden scheint.
Das Wegkreuz könne nicht nur ein Ort des Trostes für Menschen in einer Krise sein, sondern auch im Hinblick auf seine Mitmenschen den Betrachter zum Mitfühlen anregen, meinte Grünbeck. Das Kreuz sei zunächst einmal etwas Irritierendes, weil es eine grausame Situation, verbunden mit Leid und Tod darstelle. Es sei aber auch ein Hoffnungszeichen, weil Jesus durch seine Auferstehung Leid und Tod überwunden habe. Und so solle auch dieses Kreuz zu einem Ort der Hoffnung und Zuversicht werden.

Sängerrunde aus Welitsch

Peter Hagemann bedankte sich herzlich beim Künstler für die Schaffung und Stiftung der Jesusfigur für das Kreuz. Auch wenn Hermann Przibylla diese Bezeichnung für sich nicht in Anspruch nehme, für ihn sei jemand, der durch einen Garten geht und in einem Baum eine Christusfigur sehe, ein Künstler. Der Forstbetriebsleiter gab noch bekannt, dass in Kürze eine Sitzgarnitur vor dem Kreuz als Ruheplatz für Wanderer und Radfahrer aufgestellt werde. Stellvertretender Landrat Helmut Fischer (CSU) und Dritter Bürgermeister Winfried Weinbeer (Freie Wähler) bedankten sich beim Forstbetrieb und Hermann Przibylla für die Aufstellung und Schaffung sowie beim Pastoralreferenten Clemens Grünbeck für die Segnung des Kreuzes. Der Festakt wurde musikalisch vom Gesangverein "Sängerrunde Welitsch" aus dem Frankenwald umrahmt.