Im Ortskern von Ebensfeld haben die Bauarbeiten für die neue ICE-Trasse schon viele Spuren hinterlassen. Doch an der Autobahn tut sich wenig. Dort soll ein Lärmschutzwall entstehen - mit Abraummaterial, das beim Bau der neuen Trasse anfällt.
Im Februar war bekannt geworden, was für einen geschickten Schachzug man im Ebensfelder Rathaus ausgeheckt hatte: Wenn die Bürger schon durch den Bau der ungeliebten Schienenverbindung belastet werden, wolle man wenigstens an anderer Stelle etwas Entlastung schaffen. 200 000 Kubikmeter Abraum fallen beim Bau an - und damit möchte man in Ebensfeld ein Problem lösen.
Berechnungen der Autobahndirektion hatten ergeben, dass eine Lärmschutzmauer nicht zu begründen wäre. Nur an vier Anwesen wurden die Nachtgrenzwerte von 49 dB (A) überschritten.
Nun hatte die Gemeinde die Chance, den Lärmschutz auf anderem Weg zu erhalten. Den Aushub von der Baustelle hätten die Firmen nämlich teilweise sehr weit fahren müssen. Diesen Weg können sie sich nun sparen, weil der geplante Wall, der an der Straße Richtung Prächting, an der Autobahnunterführung, entsteht, viel Erde aufnimmt.
Doch außer einer planierten Fläche war dort bisher nicht viel zu sehen, weshalb Gemeinderat Franz Böhmer (FW) nachhakte: "Wann tut sich dort was?"
Bürgermeister Bernhard Storath klärte auf: Zum Teil habe die Firma ihre Pläne für den Bauablauf geändert, so dass es bisher weniger Erdbewegungen gegeben habe. Zudem musste auch noch geprüft werden, ob der vorhandene Abraum für den Bau des Walles verwendet werden dürfe. Das sei nun geklärt, es werde bald losgehen.
Der Wall wird rund 400 Meter lang werden, seine Oberkante etwa fünf Meter über Autobahnniveau liegen. Auf der nach Ebensfeld zugewandten Seite soll die Höhe bei etwa zehn Metern liegen. Das Grundstück, auf dem der Wall liegt, hat die Gemeinde erworben.
Auf der Tagesordnung des Bauausschusses standen sonst nur kleinere Vorhaben, denen das Gremium ohne Diskussion die Zustimmung erteilte. In Döringstadt baut Melanie Müller eine Machinenhalle, die Firma IBC hat ein Zelt beim Lagerhaus in Unterneuses aufgestellt, und Marco Forkel will eine Dachgaube auf sein Haus in Ebensfeld setzen.