Von der Postfiliale über den Zahnarzt bis hin zu Schulen und Behörden: Die Liste der Dinge, die eine Stadt vorweisen muss, um zu einem Mittelzentrum zu werden, umfasst insgesamt 33 Kriterien.
Seit 30. November ist klar: Bad Staffelstein hat es im ersten Anlauf nicht geschafft. Das Staatsministerium für Wirtschaft, Infrastruktur, Verkehr und Technologie gab einen geänderten Entwurf zu den "Orten mit zentraler Bedeutung" heraus. Einige bayerische Städte haben den Sprung geschafft. Bad Staffelstein, das im September eine Aufstufung beantragt hatte, war jedoch nicht dabei und bleibt Unterzentrum.

"Mindestens 20 Kriterien erfüllt"

In der Stadtratssitzung am Dienstagabend wurde die Entscheidung aus München diskutiert, denn Bürgermeister Jürgen Kohmann (CSU) möchte nicht klein beigeben: "Wir stehen nicht schlecht da und erfüllen mindestens 20 der aufgeführten Zentralitätskriterien. Was mir fehlt, ist eine konkrete Begründung der Entscheidung." Aus der Mitteilung im November wäre nur hervorgegangen, dass es nicht gereicht hat. Eine Einordnung, warum der Antrag negativ ausfiel, woran es genau gelegen hat und vor allem was man besser machen könnte, habe völlig gefehlt. "Es ist für mich das Mindeste, zu erfahren, warum es keine Umstufung zum Mittelzentrum gibt", empörte sich Kohmann in der Sitzung. Man werde beim Ministerium nun eine Stellungnahme dazu einfordern und ein zweites Anhörungsverfahren anstreben.

Gymnasium fehlt

Betrachtet man die Liste mit den nötigen Kriterien schneidet Bad Staffelstein tatsächlich nicht schlecht ab (siehe Infokasten rechts). Ein wichtiger Punkt, der für eine Anerkennung als Mittelzentrum fehlt, ist etwa ein Gymnasium. Und auch die Zahlen der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten liegen nur knapp über der Hälfte der Anforderung. Die Umsatzzahlen des Einzelhandels sind ebenfalls zu niedrig.

In der Sitzung des Stadtrates wurde auch der Nutzen des Titels Mittelzentrum angesprochen. Zwar gebe es keinen Cent an Fördermitteln mehr, aber eine Aufstufung wäre dennoch von Vorteil, betont Kohmann. So könne man etwa bei Infrastruktur-Investitionen zukünftig mit breiterer Brust auftreten. "Aus meiner Sicht sind wir ganz nah dran. Ich will jetzt nur noch wissen, wie nah genau", kündigte Kohmann die Rückfrage beim Ministerium an.