" Der Landkreis Lichtenfels hat in diesem Bereich die Weichen gestellt und das wurde nun auch von staatlicher Seite anerkannt", kommentiert Landrat Christian Meißner.

"Wir freuen uns sehr, dass uns das Bayerische Kultusministerium das Qualitätssiegel ,Digitale Bildungsregion‘ verliehen hat" , sagt der Landrat. Die Mitteilung, dass die Bewerbung erfolgreich war, kam bereits Anfang April. Bedingt durch die Pandemie wollte das Kultusministerium mit der Preisverleihung warten, bis sich die Situation entspannt. Doch auch die für 23. Oktober geplante feierliche Übergabe des Qualitätssiegels wurde ebenfalls coronabedingt kurzfristig abgesagt.

Regierungspräsidentin Heidrun Piwernetz übersandte die Siegel nun an die einzelnen Bildungsregionen in Oberfranken - alle Landkreise und kreisfreien Städte erhielten die Auszeichnung - und dankte für das Engagement. "Im Bereich der schulischen Bildung können und müssen wir die Grundlagen dafür legen, dass die Menschen in Bayern auch künftig von der technologischen Entwicklung profitieren und als Gewinner der Digitalisierung diese aktiv mitgestalten können. Für unsere Region halte ich das für enorm wichtig", betont der Landrat.

Im August 2018 war der Landkreis als "Bildungsregion" zertifiziert worden. Doch habe man dies weiter voranbringen wollen. Mit Blick auf die Zukunft gelte es, die Bildungslandschaft so zu gestalten, dass sich junge Menschen gut in einer digitalisierten Welt zurechtfinden und an digitalen Entwicklungen bestmöglich teilhaben können. "Hervorragende digitale Bildung ist ein Standortfaktor", unterstreicht Meißner. Mit Blick auf den demografischen Wandel meint der Landrat weiter: "Unser Landkreis muss eine erstklassige Bildungslandschaft anbieten, damit wir attraktiv für Familien der hier dringend benötigten Fachkräfte sind und bleiben und diese hier auch Perspektiven sehen. Digitale Bildung ist dabei ein Kernthema."

Kernkompetenzen vermitteln

Digitale Bildung bedeute jedoch nicht nur, Schulklassen mit Laptops, Tablets oder SmartBoards auszustatten, sondern auch, Kernkompetenzen zu vermitteln, die Geräte effektiv im Unterricht als Arbeitsmittel einzusetzen oder damit den Unterricht anschaulicher und praktischer gestalten zu können, betont der Landrat weiter. Ebenso soll die individuelle Einzelförderung dadurch verstärkt werden. Auch Lehrer brauchten hierfür digitale Unterstützungsangebote. Bereits in der Schule spielt die Vorbereitung auf den späteren Arbeitsmarkt eine wichtige Rolle. Lebenslanges Lernen unter dem Blickwinkel der Digitalisierung - das soll in der "Digitalen Bildungsregion" im Landkreis Lichtenfels mit einem Netzwerk verschiedener Fachleute, Institutionen, Schulen und Arbeitskreise unter dem Leitmotiv "In der Region, aus der Region, für die Region" gefördert und vorangebracht werden, so Landrat Meißner.

Der Landrat verweist darauf, dass beim Projekt "Digitale Bildungsregion" die Förderprogramme des Freistaates Bayern und des Bundes zur Unterstützung der Schulaufwandsträger eine wichtige Rolle spielen. Ein Beispiel dafür ist die Verbesserung der IT-Ausstattung, insbesondere für die Einführung des digitalen Klassenzimmers an Schulen und beim Aufbau/der Verbesserung der digitalen Vernetzung in Schulgebäuden.

Der Landkreis hat laut Meißner für die Schulen, für die er Sachaufwandsträger ist, im Rahmen der Umsetzung des Digitalbudgets für das Digitale Klassenzimmer Investitionen von insgesamt rund 325 000 Euro getätigt. Angeschafft wurden insgesamt: 78 Notebooks mit Zubehör, 155 Tablets mit Zubehör, 40 PCs mit Zubehör, drei interaktive Tafelsysteme mit Zubehör, 26 Beamer sowie 26 Dokumentenkameras.

Bei der Umsetzung des Budgets für integrierte Fachunterrichtsräume an berufsqualifizierenden Schulen erfolgten Investitionen von insgesamt rund 161 000 Euro für 48 PCs mit Zubehör, 17 Beamer, einen 3D-Drucker, Fotoausstattung, Eye-Tracker mit Zubehör sowie Nachrüstung einer CNC-Steuerung. Aus dem Programm Digitale Bildungsinfrastruktur (dBIR) stehen dem Landkreis weitere 1,6 Mio. Euro zur Verfügung. Derzeit laufen Planungen mit einem Ingenieurbüro zum WLAN- und Netzwerksausbau an Schulen zur Umsetzung 2021. Weitere IT-Anschaffungen sind geplant. Mit Mitteln aus dem Förderprogramm Sonderbudget Leihgeräte wurden Investitionen von insgesamt rund 180.000 Euro getätigt. Angeschafft wurden insgesamt 160 Tablets mit Zubehör, 62 Notebooks mit Zubehör. red