Gerade zu Beginn der pandemiebedingten Einschränkungen und Vorgaben war es für Handwerker wichtig, einen Ansprechpartner vor Ort zu haben. Danny Dobmeier, seit drei Jahren bei der Handwerkskammer als Geschäftsstellenleiter für Lichtenfels und Coburg angestellt, konnte vermitteln und Tipps geben zu Soforthilfen oder Hygienekonzepten. "Es gab massiv Nachfragen." Die Landesfachverbände hätten da einen guten Job gemacht, betont Dobmeier. Aber die Kreishandwerkerschaft stehe eben im Zentrum des Erfahrungsaustausches. Erstmals wurden auch technische Möglichkeiten, wie etwa zu einer elektronischen Abstimmung, genutzt, weil Versammlungen nicht möglich waren. Die Anlaufstelle in der Mainau hat Bedeutung. Und an dem Fortbestand einer solchen Anlaufstelle möchte hier auch niemand rütteln. Obgleich Veränderungen anstehen.

Das Gebäude aus den 1980er-Jahren gehört der Kammer, die sich bereits entschieden hat, die dahinter befindlichen Lehrwerkstätten aufzugeben.

Am 12. September wird es ein Abstimmungsgespräch mit den Kreishandwerksmeistern aus Coburg, Bayreuth, Kulmbach und Lichtenfels darüber geben, wie sie sich die künftige Zusammenarbeit vorstellen können. Die Überlegung geht laut Dobmeier dahin, dass man künftig nur noch eine Geschäftsstelle für diese vier Regionen betreiben wird. Allerdings versichert er: "Präsenzbüros vor Ort wird es weiterhin geben, egal was passiert."

Eine Möglichkeit hatte Kreishandwerksmeister Mathias Söllner bereits im Vorjahr ins Gespräch gebracht: Vielleicht könnte man ein Büro im künftigen FADZ (Forschungs- und Anwendungszentrum für digitale Zukunftstechnologien) beziehen. Das wäre vom jetzigen Standort nur die Straße runter. Bis es soweit ist, werden allerdings noch einige Jahre ins Land gehen. Doch die Veränderungen, die die Verantwortlichen der Kammer ins Auge gefasst haben, werden sich ebenfalls über etliche Jahre hinziehen, wie ihr Geschäftsführer Bernd Sauer im vergangenen Herbst hatte wissen lassen. In Bamberg, Bayreuth und Hof werden neue Bildungszentren entstehen.

Doch Danny Dobmeier hat die Lichtenfelser Lehrwerkstätten noch nicht abgeschrieben. Man bräuchte sie eigentlich, für Prüfungen und Lehrgänge, sagt er. Letztlich käme es auf den Preis an. Überhaupt sei "noch ganz viel Konjunktiv dabei", wenn man über den Standort Lichtenfels spreche, betont er. Was für ihn klar ist: Optisch sollte sich einiges zum Positiven ändern, denn die Räumlichkeiten stellen keinen zeitgemäßen Auftritt des Handwerks mehr dar. Auch und gerade, wenn junge Leute hier hereinkommen, sollten sie einen anderen ersten Eindruck haben, findet der Geschäftsführer. Von der Geschäftsstellen-Zusammenlegung verspricht er sich eine Bündelung der Zuständigkeiten, um unterm Strich mehr für das Handwerk tun zu können.