• "Russen-Aldi" mit Rückzieher: Discounter Mere sagt Gemeinde Altenkunstadt kurzerhand ab
  • Billig-Kette plante eigentlich erste Filiale in Bayern - als Konkurrent für Aldi, Lidl & Co.
  • "Hat die Segel gestrichen": Bürgermeister gibt Update und verrät Alternative für alten Rewe
  • Wegen Lieferengpässen: "Russen-Aldi“ in Deutschland offenbar ganz vor dem Aus

Es sollte Bayerns erster "Russen-Aldi" werden: Mit seiner geplanten Filiale in Altenkunstadt (Landkreis Lichtenfels) wollte der Discounter "Mere" erstmals auch im Freistaat vertreten sein. Doch obwohl bereits alles unter Dach und Fach schien, sagte die Billig-Kette kurzerhand überraschend ab. Im Gespräch mit inFranken.de erklärt Altenkunstadts Bürgermeister Robert Hümmer, wer stattdessen in das frühere Rewe-Gebäude in der Weismainer Straße einzieht.

Update vom 08.06.2022, 17.50 Uhr: "Russen-Aldi" Mere sagt Gemeinde überraschend ab

Seit im März vergangenen Jahres bekannt geworden war, dass der umgangssprachlich mitunter "Russen-Aldi" genannte Discounter Mere nach Altenkunstadt kommen soll, rechneten wohl nicht wenige Verbraucher in Oberfranken mit einer zeitnahen Öffnung. Doch weit gefehlt: Immer wieder herrschte für längere Zeit Stille in Hinblick auf das Bauprojekt in der Weismainer Straße 70. An dem Standort hatte es zuvor eine Filiale der Supermarktkette Rewe gegeben.

Nach einem vorübergehenden "Lebenszeichen" steht nun endgültig fest: Mere wird auf gar keinen Fall eröffnen. Das Unternehmen habe "die Segel gestrichen", sagt Altenkunstadts Bürgermeister Robert Hümmer (CSU) am Mittwoch (8. Juni 2022). Obwohl alles bereits in trockenen Tüchern schien, erteilte der ursprünglich aus Russland stammende Discounter der Gemeinde demnach Ende 2021 kurzerhand eine Absage. "Es hieß plötzlich, man habe doch kein Interesse", berichtet Hümmer. Konkrete Gründe für den Sinneswandel habe das Unternehmen dem Bürgermeister zufolge nicht genannt. 

"Seitdem waren wir auf der Suche, für den Standort etwas Passendes zu finden", sagt Hümmer. Inzwischen ist man diesbezüglich offensichtlich auch fündig geworden. Laut Angaben des Bürgermeisters soll die Discounterkette Jawoll, die in der Region bereits einen Markt in Lichtenfels betreibt, in das leerstehende Gebäude einziehen. Eine entsprechende Nutzungsänderung sei bereits in die Wege geleitet worden. 

Sonderposten-Discounter Jawoll statt "Russen-Aldi" Mere in Altenkunstadt

Die Jawoll-Märkte, die deutschlandweit dutzendfach auf dem Markt vertreten sind, locken ihre Kundschaft insbesondere mit Sonderposten. Auf seiner Webseite wirbt das Unternehmen mit Sitz im niedersächsischen Soltau mit "Dauerniedrigpreisen". Die Kunden könnten sich demnach "auf ein breites Angebot an immer vorrätigen Waren zu günstigsten Preisen freuen", heißt es - "von Produkten des täglichen Bedarfs bis hin zu einer wöchentlich wechselnden Auswahl an Saisonartikeln und Aktionsartikeln bekannter Marken."

In Altenkunstadt geht die Gemeinde von einer zeitnahen Umsetzung des Projekts aus. "Das Thema geht nun in den Bauausschuss", erklärt Hümmer. Sofern alles wie vorgesehen klappt, steht der geplanten Jawoll-Eröffnung auf dem Areal augenscheinlich nichts mehr im Weg. "Die Eröffnung findet auf jeden Fall noch in diesem Jahr statt", zeigt sich der Bürgermeister nach der Mere-Absage optimistisch. 

Der "Russen-Aldi" Mere hat unterdessen offenkundig mit schweren wirtschaftlichen Problemen zu kämpfen. Laut mehreren Medienberichten leidet die Discounter-Kette gegenwärtig unter Lieferengpässen. Von sieben Filialen, die Mere derzeit auf seiner deutschen Webseite aufführe, seien inzwischen nur noch drei geöffnet, berichtet etwa die "Welt". Dem Fachportal "Lebensmittelzeitung" zufolge gibt Mere seine Standorte in Deutschland schrittweise auf. Der Ukraine-Krieg verschärfe die Probleme mit der Warenversorgung, heißt es in einem Bericht. In Osteuropa sei der Billig-Discounter dagegen auf Wachstumskurs.

Update vom 15.09.2021: Bayerns erster "Russen-Aldi" - Discounter eröffnet Filiale in Oberfranken

Der salopp auch als "Russen-Aldi" bezeichnete Billig-Discounter Mere eröffnet womöglich schon bald seine erste Filiale in Bayern. Am Standort Leipzig machte die Kette 2019 ihre erste deutsche Filiale auf. Der Kundenansturm war seinerzeit dermaßen gewaltig, dass der Markt wegen Lieferengpässen bereits nach einer Woche kurzfristig schließen musste. Nun will der russische Discounter nach Bayern expandieren. Die Neueröffnung im oberfränkischen Altenkunstadt (Landkreis Lichtenfels) könnte bereits zeitnah erfolgen. 

Wann eröffnet Bayerns erster "Russen-Aldi"? Diese Frage dürfte sich der ein oder andere Verbraucher in Oberfranken gestellt haben, seitdem im Frühjahr bekannt worden war, dass der russische Discounter Mere eine Filiale im oberfränkischen Altenkunstadt (Landkreis Lichtenfels) plant.

Der entsprechende Bauantrag einer Immobilienfirma wurde bereits im März 2021 vom Bau- und Umweltausschuss der Gemeinde genehmigt. Nach Aussagen der zuständigen Immobilienfirma stand daraufhin die zeitnahe Eröffnung des Billig-Markts im Raum. Danach herrschte allerdings lange Zeit Stille. Nun gibt es aber "ein Lebenszeichen". 

Altenkunstadts Bürgermeister zu Mere-Öffnung: "Wir hoffen, dass sich in der Hinsicht bald was tut"

"Die bauen zurzeit noch um", erklärt Altenkunstadts Bürgermeister Robert Hümmer (CSU) inFranken.de am Mittwoch (15. September 2021). Zuvor hatte es einem Mitarbeiter des Bauamts zufolge geheißen, dass der umgangssprachlich mitunter auch "Russen-Aldi" genannte Discounter Mere seinen ersten Markt in Bayern schon im Mai eröffnen wolle. "Dann hat sich ewig nichts mehr getan", konstatiert der Bürgermeister. 

"Jetzt sind sie dort aber wieder am Umbauen", schildert Hümmer den Fortschritt des Bauvorhabens in der Weismainer Straße 70. An diesem Standort gab es zuvor eine Filiale der Supermarktkette Rewe. Nun soll dort bald Bayerns erster Mere-Markt seine Pforten öffnen. Wann dies genau der Fall sein wird, ist laut dem Bürgermeister noch immer unklar. "Ein konkreter Eröffnungstermin ist mir nicht bekannt", sagt Hümmer. "Wir hoffen, dass sich in der Hinsicht bald was tut."

inFranken.de hatte bei Mere eine offizielle Presseanfrage gestellt. Zum Stand der Dinge in Altenkunstadt sowie für wann die Eröffnung geplant ist, wollte sich das Unternehmen allerdings nicht äußern.

Update vom 10.06.2021: "Russen-Aldi" Mere eröffnet erste Filiale in Franken 

Der Discounter Mere (Spitzname "Russen-Aldi") plant in das ehemalige Rewe-Gebäude in der Weismainer Straße 70 in Altenkunstadt (Landkreis Lichtenfels) einzuziehen. Es wäre die erste Filiale der Supermarktkette in Franken, die bereits Filialen in Leipzig, Zwickau, Halle und Homburg betreibt. Im März 2021 hatte der Bau- und Umweltausschuss der Gemeinde Altenkunstadt den Bauantrag einer Immobilienfirma genehmigt, die das seit 2015 leerstehende Gebäude an den "Russen-Aldi" verpachten will. 

Seitdem wurde jedoch noch kein offizieller Eröffnungstermin genannt. Das Unternehmen wirbt mit dem Motto "Jeden Tag nur Tiefstpreise" und machte etwa in Homburg mit Billigpreisen (500 Gramm Hackbraten für 1,07 Euro) auf sich aufmerksam. "Unsere Aufgabe ist es, Verbrauchern mit niedrigem und mittlerem Einkommen die Möglichkeit zu bieten, Waren zu günstigsten Preisen zu kaufen", beschreibt sich die Kette selbst. Mehr als 1500 Produkte, vor allem Lebensmittel und Haushaltswaren, erwarten die Kunden beim "Russen-Aldi", heißt es. 

Aber wann eröffnet der Discounter seine erste Franken-Filiale? "Im Moment tut sich noch nichts", so der Bürgermeister von Altenkunstadt, Robert Hümmer (CSU), gegenüber inFranken.de. "Es gibt keine Bautätigkeit, mehr weiß man nicht." Eigentlich habe es geheißen, der Supermarkt solle im Mai kommen, sagt ein Mitarbeiter des Bauamts. Doch bisher habe man noch keine Nachricht erhalten, wann es losgehe. Allerdings sei der Eigentümer auch nicht verpflichtet, dies bei der Stadt zu melden. 

Mere soll Gebäude noch im Juni übernehmen 

Die Supermarktkette selbst will auf Anfrage von inFranken.de keine Details nennen. "Wir können keine Informationen dazu geben, ob und wann der Markt in Altenkunstadt wirklich verwirklicht wird", so eine Mitarbeiterin der TS Markt GmbH, einer Tochtergesellschaft der russischen Supermarktkette Torgservis, die für die deutschen Mere-Märkte zuständig ist. Man sei "noch in Planung". Allerdings gebe es sehr viele Anfragen von Menschen, die wissen wollten, wann es endlich losgeht.

Erstmeldung vom 27.03.2021: Erster "Russen-Aldi" in Bayern - Mere zum Teil sogar billiger als Aldi

Der Discounter plant, in ein ehemaliges Rewe-Gebäude einzuziehen. "Wir sind sehr zufrieden, dass das Gebäude wieder genutzt wird", sagt Bürgermeister Robert Hümmer (CSU) inFranken.de. "Für Altenkunstadt bedeutet es, dass wir wieder einen Leerstand weniger haben", freut er sich. "Ich denke, dass der Markt auch genutzt wird. Wir haben ja auch 10 Prozent Übersiedler hier und auch für sozial schwächere Personen, die nicht viel ausgeben können, wird es gut sein. Es soll dort ja ziemlich günstige Angebote geben."

"Jeden Tag nur Tiefstpreise" ist das Motto der Mere-Discounter. Sie gehören der TS Markt GmbH, einer Tochtergesellschaft der russischen Kette Torgservis. Der "Russen-Aldi" hat hauptsächlich lange haltbare Produkte wie Konserven oder Tiefkühlwaren im Angebot. Schnell verderbliche Artikel wie Backwaren oder Obst fehlen hingegen. Dafür sind die Angebote des Discounters eine klare Ansage für Aldi, Lidl & Co. Mit diesen Kampfpreisen wirbt beispielsweise der Supermarkt in Homburg, der 2020 eröffnet hat.

  • 500 Gramm Hackbraten für 1,07 Euro
  • 500 Gramm Rama Margarine für 49 Cent
  • 3 Liter Eistee für 59 Cent (19 Cent pro Liter)
  • 50 Einwegmasken für etwa 7 Euro (14 Cent pro Stück)
  • 20 FFP2-Masken für 13,41 Euro (67 Cent pro Stück)

Mere-Supermarkt in Altenkunstadt: Konkurrenz für Rewe und Lidl

Im Gegensatz zu bekannten Supermärkten wie Aldi, Lidl oder Rewe sind die Produkte im Mere-Discounter nicht in Regale einsortiert, sondern liegen auf hoch gestapelten Paletten.

Einziehen soll Mere in ein leerstehendes Gebäude mit etwa 1200 Quadratmetern Verkaufsfläche, in dem früher ein Rewe war. "Das Gebäude wurde an die Dalle und Kalle Grundbesitz GmbH verkauft. Die will es jetzt vermieten und ist deswegen auf uns zugekommen. Eigentlich wollten sie auch eine Spielothek rein machen, aber das haben wir abgelehnt. Ein Lebensmittelmarkt darf aber einziehen", sagt Bürgermeister Hümmer.

Nicht weit entfernt befinden sich bereits ein Lidl sowie ein Rewe, sodass der Ort eigentlich bereits gut mit Nahversorgern ausgestattet ist. "Es bringt aber ein bisschen Abwechslung rein. Konkurrenz belebt das Geschäft, sage ich immer", so Hümmer. Um den Markt herum gebe es auch noch weitere freie Flächen für andere Interessenten, fügt er hinzu.

Bisher gebe es bayernweit noch keinen Mere-Discounter und vorerst seien auch keine geplant, heißt es vonseiten der TS Markt GmbH. "Da müssen wir ja eine große Eröffnungsfeier planen", sagt Hümmer lachend. Dafür fehlt aber noch ein Termin. Während das Unternehmen dazu noch keine offizielle Aussage machen möchte, ist für Bürgermeister Hümmer bereits alles geklärt. "Es ist schon alles unterschrieben und meines Erachtens wollen sie da auch Gas geben. Ein paar kleine Umbauarbeiten werden sie aber noch machen müssen." Dann soll der erste "Russen-Aldi" in Bayern aufmachen.

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