Die Spender waren dankbar für die Heilung von einer schweren Krankheit oder die Errettung aus einer tödlichen Gefahr. In der Basilika zeugen davon die vielen Erinnerungsstücke in der Votivkammer.

Das Gebetsanliegenbuch in Vierzehnheiligen erzählt zudem von diesen Schicksalsschlägen. Votivbilder bedecken die Wände und füllen die Vitrinen. Die Verfasser der Bildtexte auf den Votivtafeln beziehen sich auf die 14 Nothelfer, denen sie Rettung oder Heilung verdanken.


Im Obstgarten am Waldrand


Ein besonderes Denkmal steht in einem Obstgarten am Waldrand von Schwabthal. Dort, wo sich Schwabthaler Höhenweg, Staffelbergsteig, Vierzehnheilgenweg und Gottesgarten-Rundweg kreuzen, hat die Familie Fischer aus Schwabthal vor vielen Jahren ein Denkmal errichtet und pflegt es seither liebevoll.


Es sei zu Ehren ihrer Schwiegermutter errichtet worden, berichtet Margareta Fischer. Die 88-Jährige erinnert sich an einen schweren Unfall der Mutter ihres längst verstorbenen Mannes. "Sie ist gesund geworden dank der 14 Nothelfer", ist Margareta Fischer überzeugt.

Sie veranlasst regelmäßig die Restauration und damit den Erhalt des Bildstocks. Die rüstige Seniorin, die noch selber kocht und ihren Haushalt im Haus Nummer 10 versorgt, zweigt gern Geld von ihrer Rente ab. "Das reut mich nicht", sagt sie.

"Bittet für uns", steht auf dem Sockel unter farbigen Bild der 14 Heiligen. Die Inschrift lautetet: "Den Hl. 14 Nothelfern zur Ehre errichtet von der Familie Fischer in Schwabthal Hs. Nr. 10".


Schon viermal restauriert


Das Denkmal wurde 1969, 1992, 2005 und 2014 vom Bad Staffelsteiner Steinmetzbetrieb Kerner restauriert. Inhaber Andreas Kerner holt die Rechnung vom 17. November 2005 aus dem Archiv. Damals baute er den Sandstein-Bildstock ab, arbeitete Oberteil, Zwischensockel und Sockel nach und sorgte für einen neuen Schliff. Die Füllung für das Bild hat er tiefer gearbeitet, da es mehr Schutz vor der Witerung bieten sollte.

Die Schrift wurde neu eingehauen und braun getönt. Die letzte Restaurierung 2014 war sehr umfangreich, da der Bildstock abmontiert und in die Werkstatt gebracht werden musste. Zweimal musste der Lastwagen mit Kran den steilen Berg oberhalb des Lichtenfelser Wasserwerkes herauffahren. Insgesamt kamen 15 Facharbeiterstunden und 4,5 Lehrlingsstunden zusammen, ehe alle Arbeiten durchgeführt waren.


Stark unter Witterung gelitten


Diesmal war die Neubemalung des Vierzehnheiligenbildes notwendig, da es unter der Witterung stark gelitten hatte. Akribisch wurden die Attribute der Nothelfer dargestellt. Zum Beispiel der heilige Blasius mit den gekreuzten Kerzen, der Dionysius mit seinem Kopf in den Händen oder der Ägidius mit Pfeil und Hirschkuh, die ihm das Leben rettet. Die heilige Barbara ist mit dem Turm dargestellt, in dem man sie gefangen hielt.

Christophorus erscheint mit dem Baumstamm in der Hand und dem Jesuskind auf den Schultern. Der heilige Georg tötet mit seinem Schwert den Drachen, und Pentaleon sind die Hände auf den Kopf genagelt. Der Soldat Achatius trägt eine Dornenkrone und ein Kreuz. Vitus, der jüngste Märtyrer, überlebte in einem Kessel mit heißem Öl. Barbara wird mit dem zerbrochenen Rad gezeigt, auf das sie geflochten wurde. Margaretha wird häufig - so auf dem Gnadenaltar in Vierzehnheiligen - zusammen mit einem Drachen dargestellt. Eustachius erscheint mit dem Kreuz im Geweih eines Hirschen, er wurde später als Hubertus bekannt. Eurasmus mit der Ankerwinde ist der Schutzheilige der Seeleute. Cyrakus führt den gefesselten Dämon an einer Kette.

Das Vierzehnheiligenbild wurde mit Firnis überzogen und mit einer Glasplatte versehen. Die Restauration führte der Steinmetz und Steinbildhauer Hans-Karl Schober in der Werkstatt Kerner durch. Er reparierte Fehlstellen und zog die Schrift nach. In der Werkstatt zeigte er, mit welcher Sorgfalt gearbeitet werden muss, damit die Farbe nicht über die Ränder der Steinschrift reicht.