Mit dem Versprechen, selbst einen Beitrag zum Kulmbacher Fasching zu leisten, haben sich die beiden CSU-Stadträte und KFK-Senatoren Frank Wilzok und Wolfram Brehm etwas aufgehalst. Drei Jahre lang, so lautete ihre Zusage, wollten sie einen witzigen Beitrag zum Programm der Prunksitzung beisteuern. Die beiden sind schon als Nachtwächter und Müllmänner aufgetreten. Aber in diesem Jahr schossen sie als "Schwimmbad-Attraktivierer im Auftrag des OB" den Vogel ab.

Stadträte auf dem Affenfelsen

Henry Schramm schickte alle Stadträte zum Einsatz ins Schwimmbad. Frank Wilzok und Wolfram Brehm hatten es als Parteifreunde noch gut erwischt, sie konnten es sich auf dem "Affenfelsen" bequem machen und sollten auf einem Henry-Schramm-Badetuch ein Auge aufs Geschehen werfen.

Heike Vogel und Simon Moritz indes cremten auf der Liegewiese den Rücken der Badegäste ein und machten eine Bademodenschau. Benno Pieger war für Hula-Hoop-Künste eingeteilt, und die Lehrer im Stadtrat versuchten der Jugend Schwimmkurse zu geben. Stefan Schaffranek legte jeden zweiten Tag einen Doppelsalto vom Zehn-Meter-Brett hin - und prellte sich prompt den Schnauzer. Zum Glück war Sigmund Huhn mit der Notapotheke zur Stelle. Sogar MdL Martin Schöffel war mit von der Partie - als Wal mit Fontäne. Denn Gerhard Schneider aus Himmelkron, der eigentlich für diese Aufgabe eingeteilt war, demonstrierte lieber für freie Leberkässemmeln im Himmelkroner Rathaus.

Alle Kollegen bekamen ihr Fett weg

"Wo ist eigentlich die Inge Aures?", frotzelte Wolfram Brehm. Wie immer beim Drachenbootrennen. "Also, ein Drachen ist die ned", kommentierte Brehm. "Nein, die schlägt doch die Trommel", konstatierte indes Wilzok. Doch es kam noch dicker. Denn es gab noch viele witzige Ideen: Schwimmbad to go, eine Hundebade-Zone, in einer App können Wetter, Temperatur und Uringehalt im Schwimmerbecken ermittelt werden. Die WGK und die SPD waren fürs Schlammcatchen eingeteilt. Dann gab es noch die Stadtwerke-Schramm-Spülung - bei der einmal am Tag die Toilettenspülung einfach so bedient werden soll. Diese sinnfreie Spülung hat den Sinn, 85.000 Kubikmeter Wasser mehr in Kulmbach zu verbrauchen und das Defizit des Freibades zu verringern.

Für jeden Stadtrat hatten die beiden Frotzler einen Spruch parat, jeder bekam sein Fett weg, ob Parteifreund oder nicht. Und am Ende sangen sie als absoluter Höhepunkt "Atemlos" zur Melodie von Helene Fischer. Frank Wilzok entschwebte dabei atemlos in höhere Gefilde, während er sang "Atemlos durch das Bad, wenn was passiert, drehn wir am Rad. Atemlos - Bauch rein, Brust raus, wenn einer schreit, zieh'n wir ihn raus".


Publikum tobt vor Begeisterung


Das Publikum indes tobte vor Begeisterung und war sich einig, dass drei Auftritte der beiden sicherlich nicht genug seien - und Frank Wilzok musste noch einmal an die Leine gehängt werden.

Gastauftritte, die sich sehen lassen konnten, lieferten auch das Hummeltaler Männerballett mit einem freizügigen Auftritt von Cowboys und Indianern sowie die Showtanzgarde von Schwarz-Weiß Bayreuth. Die Mädels brachten einen Boxkampf auf die Bühne.

Doch auch die Gruppen des KFK waren eine Augenweide: Gardetänze zeigten die Stöpselgarde und die Prinzengarde. Die Juniorengarde überzeugte durch eine anspruchsvolle Choreographie. Und eine tolle Show lieferte auch die Erste Kulmbacher Showtanzgruppe. Die Super Dancers und die Magic Dancers begeisterten in Blau-Gelb-Weiß. Tanzmariechen Marija wirbelte als Piratin auf Schatzsuche über die Bühne und sorgte für beste Stimmung.


Zauberhafter Schautanz der Stöpselgarde


Einfach zauberhaft war der Schautanz der Stöpselgarde. Denn die 14 Tänzerinnen und die beiden Tänzer hatten sich als Micky und Minnie-Mäuse verkleidet und waren einfach herzallerliebst anzuschauen.

Richtig heißt war der Wild-West-Tanz der Karneval Dance Group. Denn bei diesem Tanz geizten sexy Ladies, heiße Cowboys, wilde Indianer nicht mit ihren Reizen. Und dass das Hummeltaler Männerballett ebenfalls als Cowboys und Indianer kamen, tat der Stimmung keinen Abbruch - denn die beiden Tänze waren doch sehr unterschiedlich.

Die Juniorentanzgarde erweckte in ihrem Schautanz die Figuren aus dem Videospiel Super Mario Bros zum Leben. Richtig bunt ging es auch beim Schautanz der Prinzengarde zu: Denn die Tänzerinnen entführten die Zuschauer in die Welt der sechziger und siebziger Jahre: mit Petticoat-Kleidern und heißen Glitzer-Outfits.
Als neue Gruppe sorgte das Chaos in diesem Jahr für so manchen Lacher: Thorsten Wallsteiner, Stefan Ennen und Bernd Jungkunz wirbelten als DJ Ötzi und Helene Fischer und als Tanzmariechen über die Bühne, sangen und begeisterten als "Wackel-Sänger". Und sie ließen auch die Hüllen fallen - bis auf die Unterhosen.


Ranzmariechen präsentierten "Schwanensee"


Und natürlich war auch wieder Büttenredner Götz Kraschwewski mit von der Partie. Sein Motto: "Passd scho!". Selbstverständlich fehlten die beiden in die Jahre gekommenen Ranzmariechen nicht, gehören sie doch schon seit Jahren zum Kulmbacher Fasching dazu. Sally Mattes und Miriam Zeller wollten in diesem Jahr Schwanensee auf etwas andere Art präsentieren, doch natürlich wurden sich die beiden wieder einmal nicht einig: modern oder klassisch - am Ende kam dann doch ein Gardetanz dabei heraus.

Bei der Prunksitzung des KFK waren natürlich auch die Prinzenpaare Barbra und Hans mit von der Partie, sowie das Kinderprinzenpaar Anna-Marie und Carlos. Und ein Stein fiel auch der neuen Sitzungspräsidentin Birgit Obermaier vom Herzen. Denn zum ersten Mal moderierte sie ganz allein die Prunksitzung des KFK - und alles funktionierte bestens.


Vier KFK-Mitglieder erhalten Faschingsorden


Bei der Prunksitzung konnte Sitzungspräsidentin Birgit Obermaier gleich vier Orden des Fastnachtsverbandes Franken verleihen: an Schriftführerin und Trainerin Susanne Mattes, Kassiererin und Trainerin Melanie Klötzer, and den ehemaligen Vorsitzenden Roland Fraas und an den ehemaligen Sitzungspräsidenten Reinhard Ott. Für jeden hatte das KFK elf gute Wünsche dabei. Denn alle vier haben sich um den Kulmbacher Fasching verdient gemacht.