Obwohl der 68. Geburtstag kein "runder" ist, so war er für Erwin Hahn dennoch ein ganz wichtiger, zu dem er zwei besondere Gäste eingeladen hatte: seine beiden Lebensretterinnen!

Ohne Marina Passing und Monika Angermann hätte der Wirt der Windischenhaiger Traditionsgaststätte "Zum grünen Kranz" sein 68. Wiegenfest vor einigen Tagen nämlich nicht feiern können. Und so erinnerte der Jubilar bei der Feier im engsten Familien- und Freundeskreis nochmals an die dramatischen Geschehnisse am 27. Juni vergangenen Jahres, die ihm und seiner Familie eine lange Leidenszeit bescherten.

Bratwürste für die Frau

Es war ein schöner Sommertag, dieser 27. Juni 2014. Zusammen mit seinen beiden Enkeltöchtern Marie und Maresa besuchte Erwin Hahn das Sonnwendfeuer auf dem SpVgg-Sportgelände.

Da in der Gaststätte noch einige Vorbereitungen zu treffen waren und Erwin Hahn ohnehin gesundheitlich angeschlagen war, machte er sich bereits gegen 20 Uhr auf den Nachhauseweg. Er wollte seiner Ehefrau Rosalinde noch ein Paar Bratwürste mitbringen, hatte schon den Geldbeutel gezückt und war nur noch wenige Meter von der Bratwurstbude entfernt, als es passierte.

Ob es nun ein Schlaganfall oder eine Herzattacke war, konnte nicht mehr festgestellt werden. Jedenfalls kippte Erwin Hahn plötzlich nach hinten um, schlug mit dem Kopf auf den Pflastersteinen auf und zog sich dabei schwerste Kopfverletzungen und eine Hirnblutung zu. Erwin Hahn: "Wäre das auf dem Heimweg außerhalb des Sportgeländes passiert, hätte es für mich wohl keine Rettung gegeben."

Herz hatte aufgehört zu schlagen

Sein Glück: Marina Passing und Monika Angermann, beide aus Windischenhaig und beide Krankenschwestern auf der Intensivstation am Kulmbacher Klinikum, erkannten den Ernst der Lage.

Da Erwin Hahns Herz aufgehört hatte zu schlagen, begannen die beiden Krankenschwestern sofort mit Wiederbelebungsmaßnahmen.

Noch bevor der Notarzt einige Minuten später mit dem Rettungshubschrauber landete und der Rettungswagen eintraf, hatten Mitglieder der BRK-Bereitschaft Windischenhaig unter anderem Sauerstoffflaschen besorgt, so dass der Schwerverletzte bestens versorgt war.

Lange auf der Intensivstation

"Mein Glück war, dass die Rettungskette reibungslos funktionierte", so Erwin Hahn rückblickend, der danach mehrere Wochen auf der Intensivstation lag und mit einigen Komplikationen zu kämpfen hatte.

Die Reha-Maßnahmen mit eingerechnet, verbrachte Erwin Hahn mehrere Monate in Krankenhäusern, wobei lange Zeit nicht feststand, ob Spätfolgen durch die schweren Kopfverletzungen bleiben würden.

Dank seines Lebensmutes und auch der Unterstützung seiner Familie hat sich Erwin Hahn mittlerweile wieder ins Leben zurückgekämpft. Natürlich gibt es noch einige gesundheitliche Einschränkungen, weshalb er auch seinen geliebten Job als Wirt wohl nicht mehr ausüben kann. Aber das hält ihn nicht davon ab, Pläne zu schmieden: "Jetzt möchte ich 100 werden", ließ er mit einem Augenzwickern wissen.