In dem Fall war es ein Institut, das für den Industrieverband tätig ist. Leider glaube ich den Zahlenklaubern kein Wort. Die Zahl ist nämlich - genau: viel zu niedrig angesetzt. Da fehlt mindestens eine Null.

Es ist schon kurios, wie Nummern-gläubig unser Völkchen ist. Kein Umstand, der nicht in einer Statistik verewigt ist. Allen voran brilliert die Kaste der Marketingmenschen in diesem Segment. Anerkennendes Nicken von dieser Stelle an den Hersteller einer Wäschespinne und das für ihn arbeitende Werbebüro. Beide in Tateinheit verklickern dem Verbraucher, die verbesserte Outdoor-Trocknungseinheit mit den gespannten Schnüren könne im Vergleich zum Vorgänger modell 41,4 Prozent mehr Hemden und Hosen halten. Heureka, das ist ja fast beinahe ungefähr knapp die Hälfte...!

Da werden sich Wäschehersteller freuen. Denn wenn der Kunde mehr Dinge auf die Leine kriegt, kauft er auch mehr.
Zum Beispiel jene Vliesjacke, die - Achtung - bis zu 22 Prozent mehr körpereigenes Transpirat aufnehmen kann. Das läuft dann unter "Funktionswäsche". Ich rate Ihnen nach dem Kauf: Messen Sie sofort nach. Und wenn die Schweiß-Liter nicht, wie vorgegaukelt, vom Stöffchen aufgesaugt werden, dann tragen Sie die Funktionswäsche zurück und geben als Reklamationsgrund an: "Die Jacke funktioniert nicht." Bleiben ja noch 10136 andere Dinge, von denen viele auch nicht das halten, was sie versprechen. Aber deswegen gleich wegwerfen? Ach nööööö.