Die alten Häuser im Wonseeser Ortskern sind längst abgerissen - jetzt wartet die Brachfläche in der Thurnauer Straße auf die Bebauung. Eine seniorengerechte Wohnanlage soll entstehen, doch es tut sich nichts. Wurde das Projekt ausgebremst? Eine Frage, die in der Gemeinde die Runde macht. Ob dem so ist? Wir haben bei Bürgermeister Andreas Pöhner (CSU) nachgefragt.

Herr Pöhner, die beiden maroden Gebäude mit den Hausnummern 6 und 8, die in der Thurnauer Straße viele Jahre leer standen, hat die Gemeinde abreißen lassen. Im Herbst wurden Neubaupläne vorgestellt, seitdem hat man aber nichts mehr gehört. Sind die Pläne, dort eine seniorengerechte Wohnanlage zu errichten, wie es gerüchteweise heißt, gestoppt worden?

Was wir im Herbst vorgestellt hatten, war zunächst einmal eine Entwurfsplanung, mit der wir zeigen wollten, was wir vorhaben. Die Planungen wurden keinesfalls gestoppt, die Investoren stehen bereit. Das Verfahren hat sich aber verzögert. Im Zuge der Aufstellung des Bebauungsplans mussten Anregungen Träger öffentlicher Belange wie auch des Kreisbaumeisters aufgegriffen werden. Es waren zusätzliche Untersuchungen vonnöten, etwa hinsichtlich des Immissionsschutzes. Jetzt sind wir relativ weit. Wir hoffen, dass der Bebauungsplan bald verabschiedet werden kann und wir dann zeitnah auch die Baugenehmigung erhalten. Ziel ist es, mit dem Bau 2023 zu beginnen, damit die Wohnanlage 2024 bezugsfertig ist.

Bei der Präsentation im neuen Gemeindezentrum waren nicht nur die Wohnungsgrößen kritisiert worden, auch über die Preise, die pro Quadratmeter verlangt werden, hatten sich viele verwundert gezeigt. Damals lag der Quadratmeterpreis bei knapp 3500 Euro. Ist der angesichts der Materialknappheit und der immensen Preissteigerungen im Baugewerbe überhaupt noch zu halten?

Wir haben die Anregungen aufgegriffen. Die großen Wohnungen werden kleiner, die kleinen größer. Insgesamt sollen es zwölf Einheiten werden. Der Aufzug, den manche in Frage gestellt haben, bleibt, denn er ist für eine seniorengerechte Anlage wichtig. Der Preis lag damals bei 3450 Euro pro Quadratmeter. Wie viel der Quadratmeter genau kosten wird, können wir derzeit noch nicht sagen, weil der Bebauungsplan noch nicht durch ist und die Wohnungszuschnitte angepasst werden. Das Bauen ist grundsätzlich überall gleich teuer. Womit wir in Wonsees punkten können, sind die vergleichsweise günstigen Grundstückspreise.

Der Markt hat die Wohnungen zunächst den Wonseesern präsentiert. Ist das Interesse bei den Einheimischen groß oder wird man mangels Nachfrage nun auch vermehrt Werbung außerhalb der Gemeindegrenzen machen müssen, um das Projekt durch den Wohnungsverkauf realisieren zu können?

Die Vermarktung ist der übernächste Schritte. Erst einmal müssen jetzt der Bebauungsplan und die Baugenehmigung auf den Weg gebracht, in der Folge die Wohnungen neu geplant werden. Erst dann gehen wir auf die Leute zu. Unser Ziel ist und bleibt es, die Wohnungen vorrangig den Einheimischen anzubieten. Wenn das Interesse nicht vorhanden sein sollte, dann werden wir das Projekt auch außerhalb der Gemeindegrenze bewerben.

Sollte das Projekt wider Erwarten platzen. Was würde aus der Brachfläche? Könnten dort dann eventuell private Bauvorhaben realisiert werden?

Ich glaube nicht, dass das Projekt platzt. Denn auch wenn die Zeit schwierig ist: Die Bautätigkeit wird ja nicht eingestellt. Private Wohnhäuser sind auf dem Areal der absolute Notfallplan, zumal es in der heutigen Zeit das Ziel sein muss, auf solch großen Grundstücken komprimiert Wohnraum zu schaffen. Es geht auch darum, Flächenfraß zu vermeiden.

Die "Schmiede", die neben den Hausnummern 6 und 8 zunächst auch abgerissen werden sollte, ist erhalten geblieben. Was wird aus dem Anwesen?

Wir haben das Haus, das nicht so baufällig war, und die dazugehörige Werkstatt aus zweierlei Gründen aufgekauft. Die Werkhalle, die zurzeit der Wasserzweckverband der Sanspareilgruppe angemietet hat, könnten wir eventuell als Heizzentrale für die Wohnanlage nutzen. Und das Gebäude könnten wir, wenn Geld zur Verfügung ist, renovieren und vermieten.