Frauen, die eine gute Ausbildung haben, wollen daraus auch etwas machen. Im Jahr 2022 und in Zeiten des Fachkräftemangels sollten sie sich längst nicht mehr mit der Kind-oder-Karriere-Frage quälen müssen.

Der Bedarf an Krippenplätzen steigt seit Jahren, und in der Stadt Kulmbach gehen derzeit viele Eltern leer aus. Gesellschaftlich ist das Modell Krippe längst akzeptiert. Noch vor gar nicht allzu langer Zeit wurde eine Mutter vorwurfsvoll angeschaut, wenn sie ihr Kind "in fremde Hände" gab. Heute wird sie gefragt, warum sie nicht arbeiten geht und ihr Kind in die Krippe bringt...

Die Krux: Die Zahl der nötigen Krippenplätze für Einjährige ist schwer planbar. Es gibt ein Recht auf einen Krippenplatz, aber keine Pflicht, ihn zu nutzen.

Als Dauer-Entschuldigung kann das freilich nicht herhalten. Die aktuell 163 Krippenplätze im Kulmbacher Stadtgebiet sind definitiv viel zu wenig. Dieses Problem löst sich nicht von selbst.

Die Stadt versucht nun, die Versäumnisse der letzten Jahre aufzuholen. Krippenplätze aus dem Hut zaubern kann sie freilich nicht: Kitas zu bauen, kostet viel Geld, die staatliche Förderung ist unzureichend. Seit es keine Sonderförderung mehr für diesen Zweck gibt, kann Kulmbach nur noch auf Erstattung von 50 Prozent der förderfähigen Kosten hoffen. Das ist ein Viertel bis höchstens ein Drittel der tatsächlichen Gesamtkosten.

In Zeiten knapper Haushalte wird der Kommune die Entscheidung für Investitionen in den Kita-Ausbau damit alles andere als leicht gemacht.