Viel hören und lesen wir in diesen Tagen über das Coronavirus. Experten, zum Beispiel vom Robert-Koch-Institut, das als durchaus seriös gilt, erläutern immer wieder, dass das Risiko, ernsthaft zu erkranken, in Deutschland derzeit "gering bis mäßig" ist und betonen, dass es keinen Grund gebe, panisch zu reagieren.

Und wir? Tun genau das! Horten panisch Gesichtsmasken und Desinfektionsmittel, schlichten den Keller voll mit Nudeln und Dosenravioli und bunkern Klopapier in großen Mengen.

Natürlich: Mehr als 95 000 Erkrankte weltweit sind viel. Jedem einzelnen von ihnen und den mittlerweile rund 250 erkrankten Deutschen wünschen wir gute Besserung. Aber wir erlauben uns auch, Ihnen ein paar ganz andere Zahlen zu präsentieren, die ebenfalls aus seriösen Quellen wie etwa der Welthungerhilfe, der Unesco oder dem Bundeskriminalamt stammen:

In Nordsyrien sind bereits 950 000 Menschen vor der Militäroffensive geflohen.

Ostafrika und Südasien werden derzeit von einer der schlimmsten Heuschreckenplagen seit 25 Jahren heimgesucht. Hundertmillionen Tiere, Schwärme so groß wie das Saarland, fressen in nur wenigen Minuten ganze Felder und Weideflächen kahl.

In der Sahel-Zone sind seit geraumer Zeit blutige Auseinandersetzungen zwischen ethnischen Gruppen an der Tagesordnung. Es droht ein Bürgerkrieg.

2018 wurden dem Bundeskriminalamt zufolge 140 755 Menschen in unserem Land Opfer häuslicher Gewalt. 81,3 Prozent der Betroffenen waren Frauen. An jedem dritten Tag wurde eine Frau von ihrem Partner getötet.

Solche Zahlen sollte man sich eingehend zu Gemüte führen. Und sich dann klar machen, dass für all die Menschen, die das trifft, Klopapier wahrscheinlich das kleinste Problem ist.