Mit einer tollen Gemeinschaftsaktion wurde am Samstag im Wald der Marktgemeinde Wirsberg unweit des Sommerbades der Holzeinschlag für das geplante "Back-Häusla" vorgenommen.

Zehn Männer trafen sich gegen 9 Uhr, um auf der riesigen Waldfläche im notwendigen Abstand an die schwere Arbeit zu gehen. Der Vorsitzende des neu gegründeten Vereins "Bäckerfreunde Wirsberg", Gerhard Gutheil, hatte mit seinem Stellvertreter Baldur Wenz Wort gehalten, als er zum Jahreswechsel ankündigte, das Holz für die Einhausung des vereinseigenen Steinbackofens nach dem Winter einzuschlagen. Und pünktlich zum Frühlingsanfang nimmt der Traum der beiden "Hessen-Buben" im Alter von 68 und 81 Jahren allmählich Formen an.

Wichtig ist, dass die beiden Senioren inzwischen auch viele Mitstreiter gefunden haben, die am Samstag bei den frostigen Temperaturen mit Enthusiasmus und zehn Motorsägen dabei waren.

Vorsitzender Gutheil hatte den Arbeitseinsatz organisiert. Die notwendigen Tätigkeiten - vom Ausasten und Teilen der einzelnen Baumstämme bis hin zum Rausschleppen an den Rand des Waldweges - wurden von Walter Opel mit einem Schlepper und einem Zugseil erledigt. Den Abtransport der Stämme zum Sägewerk in der benachbarten Streitmühle nahm Bauunternehmer Hans Peter Müller mit dem Lkw vor, wobei Gemeinderat Ottmar Opel mit seinem landwirtschaftlichen Frontlader die schweren Bäume auf die Ladefläche hievte.

Die Freude war bei Vorsitzendem Gerhard Gutheil über den ersten Arbeitseinsatz der "Bäckerfreunde Wirsberg" groß: "Es sind heute immerhin zehn Männer mitgekommen. Wir sind dankbar, dass uns die Gemeinde durch Bürgermeister Jochen Trier das notwendige Holz zur Verfügung stellte."

Revierförsterin Anja Mörtlbauer hatte die Auswahl der Fichten vorgenommen und Gemeinderat Johannes Wurster sie von den Mitarbeitern seines Forstbetriebes fällen lassen.

Insgesamt wurden 20 Festmeter eingeschlagen, wobei ein kleiner Teil davon an das Sägewerk Engelhardt für den Schnittlohn geht und etwa fünf Ster als erstes Brennholz im Steinbackofen vorgesehen sind.

Noch ist die Finanzierung für das Back-Häusla nicht in trockenen Tüchern, aber Vorsitzender Gerhard Gutheil gibt sich zuversichtlich, dass der Verein mit dem Leader-Programm in die Förderung kommt: "Es gibt noch ein paar kleine Hürden. Eine davon ist, ich brauch unbedingt die Zustimmung des Marktgemeinderates. Das ist derzeit aber schwierig, weil der Gemeinderat aufgrund der hohen Inzidenzzahlen nicht regelmäßig zusammentritt. Ich habe aber noch von keinem gehört, der dagegen ist."

Gerhard Gutheil verweist in diesem Zusammenhang auf die Facebook-Seite des Romantik-Post-Hotels, auf der sich viele für die Errichtung eines Steinbackofens in unmittelbarer Nähe zum Bürgerzentrum ausgesprochen hätten.

Mit Gottfried Luthardt war ein weiterer Gemeinderat unter den Holzfällern. Für den notwendigen Beschluss des Gremiums sieht er kein Problem: "Es ist eine tolle Geschichte."

Für Klaus Zapf war es selbstverständlich, das Projekt zu unterstützen: "Ich finde halt die Idee klasse. Es geht ja nicht nur um die Möglichkeit, Brot zu backen, sondern um sich zu treffen und auszutauschen. Gerade vor dem Hintergrund der Neugestaltung des Bereichs Kirche - Gemeindezentrum - Festscheune ist es eine einmalige Gelegenheit, so einen Platz zu etablieren und Leute zurück auf den Marktplatz zu bringen. Da will ich mitmachen, und dann bietet sich so ein Verein eben an."

Dass bei so einer Gemeinschaftsaktion auch die Brotzeit nicht fehlen darf, um wieder zu Kräften zu kommen, ist natürlich wichtig. Gut, Holzfäller-Steaks gab es nicht, dafür aber warmen Leberkäse im "Labla", der von Sibylla Naumann, dem Vorstand der Wilhelm Kneitz AG besorgt und spendiert wurde. Für Sibylla Naumann, die mit ihrem Ehemann Matthias viele Jahre in Hessen lebte, ist der Backofen im Dorf nichts Neues: "Dort gibt es viele Backhausvereine, die zu Ostern und Weihnachten sowie an verschiedenen Festen das Backhaus anschmeißen."