"Wir fordern den Gemeinderat auf, in seiner Stellungnahme an den Regionalen Planungsverband die darin ausgewiesenen Vorranggebiete Wind abzulehnen und die Gründe dafür rechtlich fundiert darzulegen", sagte gestern der Sprecher der Bürgerinitiative, Hans-Peter Zahner.

Gegner treffen Gemeinderat

Am Donnerstagabend fand im Rathaus ein Treffen von Gemeinderäten und Windparkgegnern statt. "Es war eine sachliche Diskussion", sagte Hans-Peter Zahner, was Bürgermeister Günther Pfändner (CSU) bestätigte.

Sitzung wurde verlegt

"Der Bürgerwille ist für uns die Maxime", sagte Pfändner. Sollte die Bürgerinitiative bis zur Gemeinderatssitzung ausreichend Unterschriften vorlegen und so dokumentieren, dass viele Wonseeser das Projekt ablehnen, werde das sicherlich Einfluss auf die Entscheidung haben, stellte er fest.
"Wenn die Hälfte der Stimmberechtigten dagegen wäre, dann muss man das zur Kenntnis nehmen." Um der BI noch Gelegenheit zu geben, Unterschriften zu sammeln, habe man die Sitzung auch um eine Woche verlegt.

Rat tagt im Wirtshaus

Wegen des zu erwartenden großen Interesses der Bevölkerung wurde die Sitzung vom Rathaus in den Saal der Gaststätte Ganzleben verlegt. "Das war ein Wunsch der Bürgerinitiative", sagte Pfändner, der mitteilte, dass der Gemeinderat am Donnerstag weitere Beschlüsse gefasst hat.
So werden sich nach seinen Worten die drei Stimmberechtigten, die Flächen in den Vorranggebieten besitzen und vom Windpark profitieren würden, an der Abstimmung nicht beteiligen. Das sind Thomas Schmeußer, Matthias Schirmer und Günther Pfändner selbst. "Wir sind ja quasi befangen, wollen uns nicht selbst einen Vorteil verschaffen", betonte Pfänder.

Wirtschaftlich?

Er teilt viele Argumente der Bürgerinitiative nicht, mag aber nicht abstreiten, dass das Kulturgut Sanspareil durch den Wonseeser und weitere geplante Windparks in der Region beeinträchtigt würde. Auch Günther Pfändner hat Zweifel, dass sich die Windräder wirtschaftlich betreiben lassen, zumal es ja immer noch keine konkreten Aussagen über die Windhöffigkeit gibt. "Wenn der Wind am Minimum ist, dann wird der Markt wohl lange Zeit keine Gewerbesteuer sehen."

Verständnis für Welschenkahl

Dass sich inzwischen auch im Kasendorfer Ortsteil Welschenkahl Protest erhebt (siehe "Welschenkahl lehnt den Windpark ab"), kann Pfändner übrigens verstehen. "Von dort wird man die Windräder wohl mehr sehen als im Wonseeser Marktgebiet."
Im Wonseeser Gemeinderat gibt es inzwischen auch einige Gegner. So Michael Landfried, der gegen den Windpark stimmen wird, wie er am Donnerstag beim Treffen im Rathaus signalisiert hat. Er sei beim Treffen der Jagdgenossenschaft in seinem Wohnort Gelbsreuth auch dazu aufgefordert worden, hat Landfried mitgeteilt.

Der Blick nach Hof

Dass nicht nur Michael Landfried, sondern mit ihm auch die Mehrheit der Gemeinderäte das 70-Millionen-Projekt ablehnt, das wünscht sich die Bürgerinitiative, die in den nächsten Tagen weitere Unterschriften in den einzelnen Ortsteilen sammeln wird, wie Hans-Peter Zahner erläutert.
Alle, die das Projekt befürworten, empfiehlt Zahner, den Windpark bei Trogen im Landkreis Hof zu besichtigen. "Das ist mehr als heftig. Wer für den Windpark bei Wonsees ist, der sollte sich Trogen anschauen und sich danach fragen, ob er so etwas in unserer herrlichen Landschaft wirklich will."