Die Entscheidung war am Montagabend im Gemeinderat schnell getroffen: Der Löschwasserbehälter vor dem Wernsteiner Schloss wird abgerissen. Das hat das Mainleuser Gremium gegen die Stimme von Bürgermeister Dieter Adam (Freie Wähler) beschlossen. Dass der umstrittene Betonklotz verschwinden wird, steht fest. Doch es drängen sich noch viele Fragen auf: So auch die, wer die Mehrkosten trägt, die dem Markt entstehen. Die hat den Löschwasserbehälter für geschätzte 35 000 Euro errichten lassen und muss nun auch den Abriss in die Wege leiten, der wohl auch mindestens 10 000 Euro verschlingen wird.

Adams Anweisung

Bleibt der Markt und damit die Allgemeinheit auf den Kosten sitzen oder wird gar Bürgermeister Dieter Adam in Haftung genommen? Schließlich war es Adam, der erklärt hatte, dass er den Standort verlegt habe, da der vom Gemeinderat anvisierte Platz
wegen der Wasserleitung und einer Linde nicht geeignet wäre.
"Wir werden die Frage stellen, wer die Kosten tragen muss", sagt Gemeinderat Erich Schiffelholz von der ABL-Fraktion. Die Stellungnahme, die die Verwaltung und der Bürgermeister vorgelegt hätten, müsse überprüft werden. "Das sind wir dem Steuerzahler schuldig." Nachdem Adam erklärt habe, dass er für die Standortwahl verantwortlich sei, sei dessen Rolle zu hinterfragen. Durch seinen "Alleingang" sei dem Markt ein Schaden entstanden. "Es hätte geholfen, wenn er alle Fraktionen eingebunden hätte."

"Wer hat Fehler gemacht"

Dass der Rechnungsprüfungsausschuss die Sache aufarbeiten wird, stellt Hannelore Lindner (Freie Wähler) fest. "Wir wollen wissen, wie es zu dem Schaden gekommen ist." Auch der Frage, ob man Dieter Adam zur Rechenschaft ziehen kann, werde man nachgehen. "Wer hat Fehler gemacht? Ist jemand haftbar? Das sind Fragen, auf die wir Antworten finden müssen." Jetzt müsse man aber erst mal abwarten, wie hoch der Schaden am Ende sein wird.

"In alle Richtungen ermitteln"

Dass sich der auf mehrere 10 000 Euro belaufen wird, davon ist Jürgen Karg (SPD) überzeugt. "Wir müssen die Schuldfrage klären, können die Bürger nicht auf den Mehrkosten sitzen lassen", erklärt er. "Wir werden in alle Richtungen ermitteln", so der SPD-Gemeinderat.
Dass es schwierig werden würde, Dieter Adam in Haftung zu nehmen, glaubt zweiter Bürgermeister Robert Bosch (CSU). Wenn, dann müsste man gerichtlich gegen ihn vorgehen. Das wäre "ein aufwändiges Verfahren mit einem offenen Ausgang". Nicht vergessen dürfe man, dass Adam seine Standortwahl begründet habe. Der Gemeinderat habe den Abriss mit Blick auf das Ortsbild beschlossen, nicht, weil man vom Denkmalamt oder vom Landratsamt schriftlich aufgefordert worden sei. Bosch glaubt, dass der Markt die Kröte schlucken und die Kosten tragen muss.

Das sagt der Bürgermeister

Und was sagt der Bürgermeister? "Ob meine Entscheidung richtig war oder nicht, weiß ich nicht. Das müsste ein Gericht klären", sagt Dieter Adam, der in der Gemeinderatssitzung am liebsten nicht nur über den Bürgerantrag beraten hätte, mit dem der Abriss gefordert worden war, sondern auch über alternative Vorgehensweisen. "Ich hätte gerne erst darüber diskutiert, ob man den Löschwasserbehälter doch noch an dem Standort belassen kann." Bei der Haftungsfrage spielten viele Faktoren eine Rolle. Wer die Schuld trage, könne ein juristischer Laie, so betont Adam, gar nicht einschätzen .

Landratsamt hält sich raus

Den Mainleuser Fall will Jurist Philipp Hetzel vom Kulmbacher Landratsamt nicht bewerten, da er von vielen gemeindeinternen Vorgängen keine Kenntnis habe. Was für den Vertreter der Rechtsaufsichtsbehörde allerdings feststeht: Die Gemeinde ist Bauherr und wird die Kosten für den Abriss daher zunächst tragen.
Der, so glaubt Adam, wird rund 10 000 Euro kosten. "Am 8. April werden wir über die Vergabe beraten", sagt der Bürgermeister, der weiß, dass die Räte danach eine weitere schwere Entscheidung treffen müssen. Sie müssen klären, wo der neue Löschwasserbehälter errichtet werden soll. Der Beschluss solle bis spätestens September fallen.