Mit der Brücke, die bei der Trebgaster Mühle über den Weißen Main führt, musste sich der Gemeinderat in seiner Oktober-Sitzung beschäftigen. Und das, "obwohl wir dieses Thema gar nicht so nah an der Gemeinde haben wollten", wie Bürgermeister Werner Diersch (SPD/WG) einleitend erklärte.

Ausgangspunkt ist der Umbau des Wehres an der ehemaligen Trebgaster Mühle. Der Eigentümer hat hier die Erlaubnis erhalten, das Wasser des Weißen Mains um 30 Zentimeter höher anzustauen, um seine Turbine zur Stromerzeugung besser auslasten zu können.

Im Zuge dieses Vorhabens wird parallel dazu eine neue Fischtreppe angelegt, die den zur Laichablage flussaufwärts schwimmenden Fischen das Umgehen des Wehrhindernisses ermöglichen soll. Um diese Arbeiten durchführen zu können, musste das Umfeld des Wehres trockengelegt werden.
Das heißt, der Weiße Main wurde vor der Brücke in ein vorübergehend neu ausgebaggertes Flussbett umgeleitet.

Dadurch wurden die erheblichen Schäden an der Brücke, die in der Unterhaltslast derjenigen Landwirte liegt, die auf der gegenüberliegenden Feulner Seite Wiesengrundstücke besitzen beziehungsweise bewirtschaften, deutlich sichtbar. An einer Erneuerung der beidseitigen Widerlager bestanden nach einer Ortsbesichtigung keine Zweifel.

Es gibt keine Zuschüsse

Die Anlieger kamen in einer gesonderten Besprechung mehrheitlich zu dem Ergebnis, dass sie die Brücke nicht mehr brauchen. Zuvor hatten sie Angebote über deren Reparatur eingeholt. "Ein neues Fundament, dazu der Austausch der Brückenträger, ein Geländer und die Steuer würden zwischen 20 000 und 25 000 Euro kosten", begründet BBV-Obmann Rainer Lauterbach diese Entscheidung. "Zuschüsse dafür gibt es nicht, und auch das Wasserwirtschaftsamt zahlt nichts dazu. Die Summe müsste auf drei bis vier Leute umgelegt werden. So viel sind die Flächen teilweise gar nicht wert."

Kurve mit Anhänger unpassierbar

Mitentscheidend sei auch die Tatsache, dass man mit den immer größer werdenden Ladewagen vollbeladen ohnehin nicht mehr durch die Engstelle in der Kurve hinter der Brücke komme, und daher sowieso meistens über Feuln fahren müsse. Sein Fazit: "Aus Sicht der beteiligten Landwirte ist die Brücke nicht mehr notwendig."

Anders stellt sich die Situation für die Gemeinde dar, die auch Anlieger ist. Sie will diese Wegeverbindung auch im Hinblick auf einen Geo-Weg, den Schüler eines Kulmbacher Gymnasiums derzeit konzipieren und planen und der seinen Ausgangspunkt an der Grundschule haben soll, aufrechterhalten. Auch ein künftiger Weißmain-Radweg, den der Bund Naturschutz vor kurzem ins Gespräch gebracht hat, spiele hier im Hinterkopf eine Rolle.

Eine eingeholte Kostenschätzung für die beidseitige Erneuerung der Fundamente und Widerlager beläuft sich nach Angaben von Bürgermeister Diersch einschließlich Planung und Statik auf 15 500 Euro.

Als Fuß- und Radweg

Das Gremium einigte sich darauf, die Brücke als Fuß- und Radweg wieder herzustellen. Dabei gehe man davon aus, dass die noch intakten Brückenträger als Auflage ausreichen und wieder verwendet werden können.

Werner Köstner (SPD/WG) hielt es für wichtig, ein Wegerecht ins Grundbuch eintragen zu lassen, da der weiterführende Weg auf der nördlichen Seite der Brücke teilweise auf dem Grund des Wehrbesitzers verlaufe.