Den Welschenkahler Bürgern war 2007 Großes versprochen worden. Die Umgehung war gerade fertiggestellt, da hieß es, über die Dorferneuerung könnten mit staatlicher Förderung die Staatsstraße zurückgebaut, Gehwege und Grünstreifen geschaffen und ein Dorfhaus gebaut werden.

Die Welschenkahler schmiedeten Pläne, besuchten auf Einladung des Amtes für ländliche Entwicklung sogar ein Seminar in Klosterlangheim. Dann kam der Bumerang. Weil im Markt Kasendorf die Gewerbesteuereinnahmen sprudelten, wurde die Dorferneuerung gestoppt. Eine Förderung war nicht mehr in Aussicht, sagt Bürgermeister Bernd Steinhäuser. Die Welschenkahler fühlten sich veräppelt.
"Wir wollten damals sogar eine Todesanzeige in der Zeitung schalten", erinnert sich Alexander Münch (42).


Es gibt kein Wirtshaus

Der Traum von einer neuen Gemeinschaftsunterkunft war geplatzt - aber nicht gestorben. "Unser Problem ist nämlich geblieben. Wir haben kein Wirtshaus, keinen Raum, in dem sich die Maschinengemeinschaft, die Jagdgenossenschaft oder auch die Feuerwehr treffen können", sagt Feuerwehr-Vorsitzender Frank Schenkel (45). Das alte Gefrierhaus, das über Jahre als Dorftreff genutzt worden ist, hatte ausgedient. "Wir mussten was machen, haben uns für eine kleine Lösung entschieden", sagt Schenkel.


15 Quadratmeter großer Anbau

Heute steht der 45-Jährige mit Alexander Münch und Sebastian Schmidt (31) in der "kleinen Lösung" - im alten Gefrierhaus, das in den letzten Monaten bis auf die Außenwände abgebrochen und wieder aufgebaut worden ist. Es soll ein neues, schmuckes Dorfhaus werden mit einem 15 Quadratmeter großen Anbau, in dem Küche und Spülmaschine untergebracht werden.
Auf 120 000 Euro werden die Baukosten geschätzt. 70 000 Euro schießt der Markt Kasendorf zu, 10 000 Euro wollen die Welschenkahler durch Eigenleistung einsparen, den Rest mit ihrem Ersparten finanzieren.


Das Kerwageld

Mit Geld, das vor allem bei der Kerwa erwirtschaftet worden ist, wie Frank Schenkel mitteilt, der mit Alexander Münch und Sebastian Schmidt das etwa zehn Mann starke Bauteam anführt, das schon weit über hundert Stunden Arbeit investiert hat: für Abriss, Gerüstbau, Elektriker-Arbeiten, Fenster-Einbau, Trockenbauarbeiten, Estrichverlegung und vieles mehr.


Im Dezember wird gefeiert

Vom Amt für ländliche Entwicklung sind die Welschenkahler enttäuscht worden - deshalb haben sie ihre Dorferneuerung selbst in die Hand genommen. Im April wurde Richtfest gefeiert, schon im Dezember soll im neuen Dorfhaus zünftig gefeiert werden.