Da kommt auf die Bürger aus den Märkten Wonsees und Thurnau sowie der Stadt Hollfeld, die ihr Wasser über den Zweckverband der Sanspareil-Gruppe beziehen, Einiges zu. Sie müssen ein Investitionspaket von mehreren Millionen Euro über Zusatzbeiträge finanzieren. Welche Projekte anstehen und was die Bürger zahlen müssen, sagt der Vorsitzende des Zweckverbands, Günther Pfändner, im Interview.

Der Zweckverband investiert rund drei Millionen Euro, um die Wasserversorgung sicherzustellen. Welche Maßnahmen stehen an?
Günther Pfändner: Die vordringlichste Aufgabe ist es, für ein zweites Standbein zu sorgen, um die Versorgungssicherheit zu gewährleisten. Wir haben uns da für den Anschluss an die Juragruppe entschieden. Außerdem muss die 4,5 Kilometer lange Leitung nach Tannfeld für 600 000 bis 700 000 Euro saniert werden. Dort verlieren wir wegen Rohrbrüchen täglich 100 Kubikmeter Wasser. Rund 750 000 Euro sind in den vergangenen Jahren bereits in mehrere Ortsnetze und Tiefbrunnen investiert worden. Zudem müssen wir die fünf Hochbehälter auf den neuesten Stand bringen.

In der Bürgerversammlung wurde die Frage laut, warum der Verband vor seinem Entschluss, sich der Juragruppe anzuschließen, keine weitere Probebohrungen vorgenommen hat, um nach eigenen Wasserquellen zu suchen.
Schon vor Jahrzehnten fanden Probebohrungen statt. Es wurde zwar Wasser gefunden, das man aber nicht mit unserem Wasser mischen konnte und das versandet war. Wir hätten weitere Versuche vornehmen können, doch man muss wissen, dass eine einzige Bohrung eine sechsstellige Summe verschlingt und die Erfolgsaussichten nicht groß sind. Wir haben jetzt den Glücksfall, dass wir eine 50-prozentige Förderung bekommen. Das heißt, dass wir bei einer Million Euro Kosten für den Anschluss an die Juragruppe nur die Hälfte tragen müssen. Von der Übergabestelle in Neidenstein aus wird eine drei Kilometer lange Ringleitung gebaut, die über Kainach und Krögelstein führt.

Die Investitionen werden über Zusatzbeiträge finanziert. Die Aufregung der Bürger ist groß. Haben Sie Verständnis für den Unmut?
Ich habe Verständnis, denn es geht ja ums Geld. Doch man muss eines sagen: Jeder erwartet, dass ausreichend Wasser in hervorragender Qualität geliefert wird. Um das sicherzustellen, ist die Investition nötig.

Viele fragen sich, welchen Beitrag sie leisten müssen.
Genaue Zahlen liegen noch nicht vor. Wir gehen davon aus, dass wir rund 5,70 Euro pro Quadratmeter Geschossfläche und 70 Cent für den Quadratmeter Grund verlangen müssen, um die drei Millionen Euro stemmen zu können. Treffen wird es vor allem große landwirtschaftliche Betriebe mit großen Bauernhäusern. Der Besitzer eines "normalen" Einfamilienhauses wird 2000 bis 2500 Euro zahlen. Wobei wir allen die Möglichkeit einräumen werden, die Summe in drei Raten zu zahlen. Die erste Rate wird wohl 2017 fällig.

Wie schaut der Zeitplan aus?
Wir werden die Projekte Zug um Zug durchführen, wollen heuer noch die Ausschreibung für den Anschluss an die Juragruppe vornehmen. Bis 2020 sollen alle Maßnahmen abgeschlossen sein.

Es gibt das Gerücht, dass sich der Zweckverband mit dem Anschluss an die Jura-Gruppe auflösen wird.

Da ist nichts dran. Wir werden die Wasserversorgung nicht aufgeben, verpflichten uns aber, von der Juragruppe jährlich mindestens 20 000 Kubikmeter abzunehmen. Diese Menge ist auch nötig, um ein Aufkeimen des Wassers in der Zubringerleitung zu verhindern.

Eine Firma hat die Geschossflächen der Häuser und Grundstücksflächen ermittelt. Was machen Bürger, die die Daten anzweifeln?
Jeder sollte das Aufmaßblatt, das er von der Firma Bitterwolf erhalten hat, kontrollieren und sich bei Zweifeln vor der Erstellung des Bescheids an den Zweckverband wenden, um eventuelle Widersprüche zu vermeiden. Ansprechpartner ist Karl-Heinz Kolb, den man unter Nummer 09274/8306 erreicht.