Einmal Ganzkörperwäsche - 14,05 Euro, Zähneputzen - 2,81 Euro - das sind die Gebühren, die der ambulante Pflegedienst für seine Leistungen berechnet. Nicht wirklich viel. Trotzdem bekommt Dana Kolenda, Leiterin der Awo-Sozialstation, immer wieder zu hören: "Sie sind aber teuer!"

Natürlich: Die Kosten für die verschiedenen Hilfeleistungen summieren sich bei täglichen Besuchen. Da kommen mehrere hundert Euro zusammen.

Doch hinter dieser Summe stehen auch umfangreiche Leistungen, und die werden angesichts der demografischen Entwicklung künftig mehr denn je benötigt. Schon jetzt haben es die Anbieter schwer, Fachkräfte zu finden. Das liegt nicht zuletzt daran, dass der Beruf anstrengend ist und viel Verantwortung mit sich bringt, aber eher gering bezahlt ist. Der Stundensatz der Arbeiterwohlfahrt in der Grundpflege liegt bei 43 Euro. Jeder Handwerker berechnet mehr.
Passt da die Verhältnismäßigkeit noch, wenn uns dieser Betrag für die Pflege zu teuer, für die Heizungswartung aber angemessen erscheint?

Nun ist die Wertschätzung die eine Frage, die Bezahlbarkeit eine andere. Ohne Pflegeversicherung könnten sich die meisten Bedürftigen keine Hilfe leisten. Wer künftig wieviel aus diesem Topf bekommt, ist das nächste Problem: Die weniger werdenden Beitragszahler können die mehr werdenden Leistungsempfänger nicht allein finanzieren.