Bei herrlichem Frühlingswetter richtete die rührige Ortsgruppe Wartenfels am Samstag den Frankenwaldtag 2017 im ATS-Sportheim des Bergstadions aus. Der Veranstalter durfte sich über ein volles Haus freuen.
Höhepunkt war zweifelsohne die Auszeichnung von sieben besonders verdienten Frauen und Männern durch den Hauptvorsitzenden Dieter Frank, seinen Stellvertreter Josef Daum und Geschäftsführerin Marlene Roßner mit dem Ehrenzeichen in Gold. Es sind dies Jürgen Bauernschmidt (Berg), Gisela Gebhardt (Blankenstein), Klaus-Dieter Knöchel (Blankenberg), Willi Koska (Konradsreuth), Friedlinde Künzel (Kronach) sowie Renate und Gerhard Lauterbach (Grafengehaig).

Schon bei der Vertreterversammlung am Morgen war der Saal gut gefüllt. Gegen 13.30 Uhr traf die Ortsgruppe Nurn um Obmann Karlheinz Deuerling - Gastgeber des letztjährigen Frankenwaldtages - am Wartenfelser Feuerwehr-Gerätehaus ein und wurde vom Musikheim zum Sportheim gespielt. Hier gab Deuerling den Wimpel des Frankenwald-Gesamtvereins an Hauptwanderwart Karl Schoger, der ihn am Nachmittag in die Obhut des stellvertretenden Wartenfelser Obmanns Klaus Gareis gab. Die Wartenfelser Frankenwaldfreunde werden ihn dann im April 2018 nach Döbra bringen.


Ein sehr aktiver Verein

Bürgermeister Siegfried Beyer zeigte sich stolz auf "seine" Ortsgruppe Wartenfels, die mit viel Fleiß und Freude die Osterkrone gebunden und zur Begrüßung der Gäste vor der Kirche aufgestellt hatte. "Der Frankenwaldverein mit Hauptsitz in Naila ist sehr aktiv, was das Wandern und das Sich-Kümmern um die Heimat angeht. Die Wanderwege und -pfade werden gepflegt und sind durch das Zutun der Ortsgruppen gut begehbar. All das wäre von den Gemeinden nicht zu leisten. Mir ist um die Zukunft des Frankenwaldes nicht bange."


"Wanderverein des Herzens"

Der Wartenfelser Obmann Andre Hümmer stellte seine Ortsgruppe mit ihren 257 Mitgliedern vor. 2014 wurde die Frankenwald-Ortsgruppe als "Wanderverein des Herzens" vom Deutschen Wanderverband ausgezeichnet. Und in der im kommenden Jahr anstehenden Nachzertifizierung sieht Andre Hümmer das Ziel, den Frankenwald als "Qualitätsregion Wanderbares Deutschland", der ersten überhaupt in Bayern, über das Jahr 2018 hinaus zu sichern.

Der Hauptvorsitzende kündigte an, dass der Frankenwald-Hauptverein einen Gerätepool schaffen will, um seinen Ortsgruppen mit der Bereitstellung die nicht leichte Pflege und den Erhalt der der Wanderwege zu erleichtern. Auch kündigte Dieter Frank in Wartenfels die Anstellung eines Wegemanagers an, denn die Arbeit werde in Zukunft nicht mehr allein im Ehrenamt zu schaffen sein.

Bei Treffen in den Regionen erarbeitete das Lenkungsteam des "Forums Zukunft Frankenwaldverein" ein Strategiepapier, um Strukturwandel und Demografieproblem zu meistern sowie den Frankenwaldverein für die Zukunft zu rüsten. Dazu zähle auch, zusammen mit dem Frankenwald Tourismus-Center um Markus Franz den Frankenwaldsteig zum "Schönsten Wanderweg Deutschlands 2017" zu küren. Darüber abstimmen kann jeder im Internet.

Kulmbachs Landrat Klaus Peter Söllner, zugleich Obmann des benachbarten Frankenwaldvereines Stadtsteinach, zollte den Wartenfelsern großen Respekt für das, was die Ortsgruppe mit vielen jungen Leuten geschaffen und 2015 für ein tolles 90. Jubiläum gefeiert habe. Söllner lobte, was alle zusammen mit dem Frankenwaldsteig und den örtlichen "Steigla" ins Werk gesetzt haben. Mit diesen Wegen und ihrer gebotenen Qualität lege der Frankenwaldverein die Grundlage für die beliebte Wanderregion Frankenwald. Das unterstrichen nach seinen Worten besonders die steigenden Übernachtungszahlen 2015 (plus 8 Prozent) und 2016 (nochmals plus 9 Prozent) unter Beteiligung der Kronacher Tourist-Information und den Bayerischen Staatsforsten Nordhalben. "Ohne ihre Arbeit könnten wir diese Qualität nicht bieten!"

"Wir setzen uns gerne für den Frankenwald ein", sagte MdL Ludwig Freiherr von Lerchenfeld auch im Namen seines Kollegen Martin Schöffel. Der Frankenwald sei in Wartenfels gut vertreten, ist er doch zusammen mit dem Fichtelgebirge das größte deutsche Waldgebiet.
Der Forstbetriebsleiter Nordhalben der Bayerischen Staatsforsten, Fritz Maier, ging auf die Auszeichnung des Frankenwaldes als "Waldgebiet des Jahres" ein. "Ich darf Ihnen diese zu Füßen legen, denn auch der Frankenwaldverein hat dazu beigetragen", betonte Maier.

Frankenwald-Geschäftsführerin Marlene Roßner stellte für den verhinderten Hauptkassier Karl Schaller bei der Hauptversammlung den Kassenbericht vor und zeigte eine geordnete Finanzlage des Heimat- und Wandervereines auf. Roßner stellte den Haushaltsentwurf 2017 vor, der ebenso einmütig gebilligt wurde. Einstimmig beschlossen wurde in Wartenfels auch eine erforderliche redaktionelle Satzungsänderung.

Der Frankenwaldtag 2018 wurde von der Versammelten an die Ortsgruppe Döbra vergeben. Er findet am 14. April statt.