Vom Stadtkind zum Landei

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Archiv/Daniel Karmann/, pa
Archiv/Daniel Karmann/, pa

Hätte mir früher jemand gesagt, dass ich mal in einem 300-Seelen-Dorf wohne und mich dort auch noch pudelwohl fühle, ich hätte ihn für verrückt erklärt.

Hätte mir jemand vor ein paar Jahren gesagt, dass ich mal in einem 300-Seelen-Dorf wohne und mich dort auch noch pudelwohl fühle, ich hätte ihn für verrückt erklärt und ihm meine Drei im Weckla um die Ohren gehauen.

Als eingefleischte Nürnberger Großstadtpflanze war ich es gewohnt mit Verkehrsrauschen aufzuwachen, Rushhour war für mich kein Fremdwort, Grünfläche gab es allenfalls in meinem Garten - und klare Luft suchte man vergebens. Doch Gott sei Dank hat mich die Liebe ins tiefste Oberfranken verschlagen, und jeden Tag aufs Neue bin ich dankbar dafür!

Grün soweit das Auge reicht, Frühmorgens hört man nichts außer schönstem Vogelgezwitscher, man kann tief einatmen ohne einen Hustenanfall aufgrund der vom Feinstaub belasteten Lunge zu bekommen, abends sieht man in einen sternenklaren Himmel - und mein bis dahin fehlender grüner Daumen wächst mehr und mehr.

Und ja, "mein" Nürnberg hat durchaus schöne Ecken. Die schöne Altstadt mit ihrer Kaiserburg und den unzähligen Einkaufsmöglichkeiten, die vielen Museen, der Dutzendteich und - nicht zu vergessen - der Lebkuchenduft, der ab Herbst in der (Stadt-)Luft liegt. Aber dennoch würde ich mein lieb gewonnenes Landleben um nichts in der Welt mehr tauschen wollen, allein schon, weil es auch für Kind und Hund perfekt und einfach unbeschwert ist.