Der geplante Uni-Campus Kulmbach wird auch den Landkreis vor große Herausforderungen stellen. Das wurde in der jüngsten Sitzung des Wirtschaftsausschusses des Kreistags deutlich. Professor Stephan Clemens und Matthias Kaiser stellten dem Gremium Planungen für die 7. Fakultät der Universität Bayreuth vor.


Herausragender Standort


Clemens nannte Kulmbach einen herausragenden Standort. Der Landkreis Kulmbach werde vor allem beim öffentlichen Personenahverkehr gefordert sein.

Landrat Klaus Peter Söllner (FW) sprach von einem "großen Wurf" und einer riesigen Entwicklungschance für die gesamte Region und von einer außergewöhnlichen Resonanz in der Bevölkerung: "Es ist eine Chance, wie wir sie selten hatten. Hier ist in erster Linie die Stadt gefordert. Wir werden sie aber mit Nachdruck unterstützen."

Der Campus werde nicht nur die Strukturen verändern, sondern auch Leben in die Stadt bringen. Söllner: "Die Zeit drängt, es ist viel zu tun." Die Uni Bayreuth sei im Kulmbacher Land "extrem willkommen".


Mit offenen Armen empfangen


Professor Clemens bestätigte, dass er in Kulmbach mit offenen Armen empfangen wurde. "Das macht uns Mut, diese große Aufgabe zu stemmen."

Für OB Henry Schramm zählt der 20. Juni 2017, an dem das Bayerische Kabinett seinen Beschluss veröffentlichte, zu den glücklichsten Tagen seines Lebens. "Wir haben damals alles auf eine Karte gesetzt", sagte er. Er von Anfang an bemüht gewesen, das Vorhaben auf eine breite politische Basis zu stellen. Die Stadt sei bereits in vielen Bereichen in Vorleistung gegangen. Der Landkreis sei beim ÖPNV und beim Umbau des Jugendzentrums gefordert.

Wie Michael Beck vom Landratsamt aufzeigte, müsse die Entwicklung bei der aktuellen Neugestaltung des Nahverkehrsplans berücksichtigt werden. Auch die Möglichkeiten eines Semestertickets mussten eruiert werden. "Wir haben deshalb bereits am 7. Juli 2017 das Studentenwerk Oberfranken schriftlich in die Beteiligung des Nahverkehrsplanes eingebunden", so Beck.

Mit der Aufnahme des Studienbetriebs an einem eigenständigen Campus in Kulmbach muss nicht mehr nur über eine einzelne Bus- oder Bahnlinie, sondern über das Gesamtnetz im Nahverkehrsraum Kulmbach verhandelt werden.


Chance für VGN-Anschluss?


Hermann Anselstetter sprach für die SPD-Fraktion von einer historischen Stunde. "Da steckt so viel Zukunftsentwicklung drin, wir werden eine sehr spannende Zeit erleben." Er betonte, dass seine Fraktion stets angemahnt habe, den Anschluss an den Verkehrsbetrieb Großraum Nürnberg nicht aus den Augen zu verlieren. Das könnte sich nun auszahlen.

Für die CSU stellte Michael Pfitzner fest, dass die Chancen, die sich aus dem Campus ergeben, immens seien. Grünen-Sprecher Claus Gumprecht freute sich aus einem ganz anderen Grund: "Vielleicht werden wir jetzt mit dem Campus auch eine vernünftige Fahrradstadt."