"Braucht das Freibad eine neue Attraktion?" hatten wir die Nutzer unseres Online-Auftritts in der vergangenen Woche gefragt. Am Wochenende vor Ostern war die bisherige - der Sprungturm - von Spezialisten des Technischen Hilfswerks gesprengt worden. Zuvor war die Anlage bereits aus Sicherheitsgründen gesperrt gewesen.

Von den 22 Teilnehmern an unserer Umfrage sprachen sich 21 für eine neue Attraktion aus - nur einem genügt offenbar das verbleibende Angebot. Zwölf Mal wurden "Rutsche, weitere Rutsche oder Riesenrutsche" als Möglichkeiten genannt, "Sprungturm oder Sprunganlage" brachten es nur auf zehn Nennungen. Zwei Mal lautete der Wunsch sogar "Rutsche und Sprungturm". Weitere Möglichkeiten für die Steigerung der Attraktivität des Freibads aus Sicht unserer User: 3-Meter-Brett und Wellenbecken.


Wie finanzieren?

Das Problem bei all diesen Anschaffungen ist allerdings, dass sie Geld kosten. Das Bad schreibt aktuell ohnehin um die 650 000 Euro Verlust pro Jahr. Daher sagt auch der Leiter der als Betreiber zuständigen Stadtwerke, Stephan Pröschold: "Man muss bei allen Überlegungen aber immer darauf achten, dass es wirtschaftlich machbar ist."

Die zuständigen Entscheidungsgremien in der Stadt sind der Werkausschuss und der Stadtrat. Sie werden sich nach Angaben von Oberbürgermeister Henry Schramm (CSU) mit der Frage befassen, ob es eine neue Attraktion geben kann - und wenn ja, welche.

Der Sprungturm

1972 Der Sprungturm wird mit dem Neubau des Freibads in Betrieb genommen.

Mai 2015 Die Kulmbacher Stadtwerke sperren die Sprunganlage aus statischen Gründen. Ein Abriss wird erwogen.

26. Juli 2015
Zwei junge Männer dringen in das geschlossene Freibad ein und springen vom gesperrten Sprungturm in den Tod.

Anfang Oktober 2015 Der Werkausschuss beschließt in nichtöffentlicher Sitzung den Abbruch.

15. Oktober 2015 Der Stadtrat beschließt auf Vorschlag des Oberbürgermeisters in nichtöffentlicher Sitzung, den Beschluss nicht zu vollziehen. Stattdessen will Kulmbach versuchen, Mittel aus dem Sanierungsprogramm für Sportstätten zu beantragen.

19. März 2016 Kulmbach erhält keine Fördermittel - der Turm wird gesprengt.