Das ist das Ergebnis der U18-Wahl, die am Freitag bayernweit stattfand. In Kulmbach konnten Jugendliche bis 18 Jahre in der "Alten Spinnerei" ihre Stimme abgeben.

Stefan "Bonsai" Lehner, Leiter des Jugendzentrums, präsentierte Kandidaten und Gästen einer Podiumsdiskussion zur Landtagswahl für Jung- und Erstwähler die Ergebnisse der Kulmbacher Abstimmung. Die gute Nachricht: "Wir hatten eine Steigerung von 20 Prozent in der Wahlbeteiligung im Vergleich zur Bundestagswahl im vergangenen Jahr." Der Wermutstropfen: Wirklich viele Kinder und Jugendliche kamen nicht zum Wählen in die "Alte Spinnerei", 28 statt 23 im Vorjahr.

Und so haben die Kinder und Jugendlichen gewählt: Bei den Zweitstimmen lagen CSU (24,22 Prozent) und Grüne (23,23 Prozent) nahezu gleich auf, gefolgt von SPD (11,36 Prozent), AfD (8,31 Prozent), FDP (6,09 Prozent) und Freien Wählern (5,46 Prozent).

Bei den Erststimmen hätte Wilfried Kukla von den Grünen das Direktmandat gewonnen. Dem Wunsiedler war die Freude darüber ein spontanes Handy-Foto wert. Das zweitbeste Ergebnis hatte Inge Aures von der SPD. Es folgten die Kandidaten von FDP, CSU und Freien Wählern.

Für Lehner ist politische Bildung eine wichtige Aufgabe in der Jugendarbeit. "Wir sind auf diesem Gebiet sehr aktiv und haben vieles versucht, um junge Leute zu bewegen, bei der U18-Wahl mitzumachen", sagte Lehner bei der von Kreisjugendring, "Alter Spinnerei" und Bayerischer Rundschau gemeinsam veranstalteten Podiumsdiskussion zur Landtagswahl. Seit Wochen stehen die Wahlprogramme der Parteien im Jugendzentrum zur Verfügung, Unentschlossene konnten vor der Abstimmung den "Wahl-O-Mat" nutzen: Hier kann jeder durch die Beantwortung von 38 Fragen die Partei finden, deren Politik am besten zu den eigenen Überzeugungen passt.

Bayernweit gab es am Freitagabend ebenfalls bereits ein vorläufiges Ergebnis, das mit 60 614 Stimmen auch durchaus ein aussagekräftiges Meinungsbild liefert: 24,18 Prozent wählten die CSU, 23,25 Prozent die Grünen, Die SPD folgt mit deutlichem Abstand und 11,34 Prozent auf Platz drei, AfD, FDP und Freie Wähler wären ebenfalls im Landtag.

Wie wirkt dieses Votum der Jugend auf die Kandidaten? Das wollte Moderator Alexander Müller, Redaktionsleiter der Bayerischen Rundschau, von ihnen wissen. Martin Schöffel (CSU ) zeigte sich zufrieden: "Jugendliche wählen nicht taktisch danach, wer eine Chance hat, tatsächlich das Mandat zu bekommen. So verteilen sich die Stimmen breiter auf mehr Parteien. Wenn wir sogar von den Jugendlichen 25 Prozent bekommen, dann bin ich optimistisch für den Wahlsonntag." Eine Koalititon mit den Grünen? Da ist Schöffel sehr skeptisch, weil er kaum inhaltliche Übereinstimmungen sieht. "Die Vorstellungen der Grünen lassen wenig Weiterentwicklungsmöglichkeiten für den ländlichen Raum zu."

Wilfried Kukla sieht das anders: "Ich weiß nicht, wie Herr Schöffel darauf kommt, dass wir Grünen nicht den ländlichen Raum fördern wollen. Aber wir wollen dabei andere Wege gehen." Eine mögliche Koalition sieht auch Kukla kritisch: "Bei dem, was die CSU in letzter Zeit an populistischen Sprüchen rausgehauen hat, ist das für mich schwer vorstellbar."