Trebgast
Lieferengpässe

Wegen Kohlensäure-Mangel: Wird unser Bier schon wieder teurer? Fränkischer Braumeister erklärt Problem

Weil Kohlensäure fehlt, drohen in Deutschland bald höhere Bierpreise. Davon sei "mit Sicherheit" auszugehen, sagt Otmar Müller von der Brauerei Haberstumpf in Trebgast. Der Braumeister erklärt, worunter seine Branche gerade am meisten leidet.
Trebgast: Höhere Bierpreise wegen Kohlensäure-Mangel? Braumeister erklärt Problem
Der Kohlensäure-Mangel bereitet vielen Brauereien Sorgen. "Wir sind im Moment zum Glück noch nicht betroffen", erklärt Otmar Müller von der Brauerei Haberstumpf in Trebgast. "Das kann sich aber zeitnah ändern.“ Foto: Brauerei Haberstumpf
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Bier könnte in Deutschland bald schon wieder teurer werden. Ein gravierender Engpass an Kohlensäure setzt vielen Brauereien und Getränkeherstellern derzeit enorm zu. Erste Produzenten mussten wegen fehlender Kohlensäure bereits ihre Herstellung stoppen. Der Deutsche Brauerbund warnt in diesem Zusammenhang vor steigenden Bierpreisen.

Der Kohlensäure-Mangel stellt gerade für die Getränkeindustrie eine große Belastung dar. "Wir sind im Moment zum Glück noch nicht betroffen", sagt Otmar Müller von der Brauerei Haberstumpf in Trebgast (Kreis Kulmbach). Noch wird der kleine oberfränkische Betrieb von seinem Lieferanten beliefert. "Das kann sich aber zeitnah ändern", betont der Braumeister im Gespräch mit inFranken.de.

Kohlensäure-Mangel ängstigt Brauereien: Braumeister aus Trebgast erklärt Hintergründe

Die ausgehende Kohlensäure - wissenschaftlich eigentlich als Kohlenstoffdioxid, Kohlendioxid oder kurz CO2 bezeichnet - stellt insbesondere Brauereien vor Probleme, die neben Bier auch Limonade und Mineralwasser herstellen. "Bei der Herstellung von Limo wird das CO2 richtig hineingeschossen", erklärt Müller. Bei der Produktion von Bier sei das Kohlenstoffdioxid dagegen in erster Linie für den richtigen Druck innerhalb der Bierflasche wichtig.

Kohlensäure fällt als Nebenprodukt bei der Herstellung von Dünger an, erklärt der Braumeister aus dem Landkreis Kulmbach. Wegen der steigenden Energiekosten haben einige Produzenten ihre Herstellung allerdings eingeschränkt. Die Folge: In vielen Getränke herstellenden Betrieben ist das Gas Mangelware. "Manche Brauereien haben aus diesem Grund mit ihrer Limo-Produktion aufgehört", berichtet Müller. 

Der CO2-Engpass stellt für die Branche demnach ein Novum dar. "Bis dato wüsste ich nicht, dass das schon einmal vorgekommen ist", schildert der Braumeister die neue Herausforderung.

"Hat sich quasi verdoppelt": Brauerei Haberstumpf berichtet von enormem Energiekosten-Anstieg

Der Kohlensäure-Mangel kommt zum denkbar ungünstigsten Zeitpunkt. Denn den Brauereien setzt die Energiekrise bereits ohne die jüngste Entwicklung schwer zu. Die meisten Betriebe seien auf Gas angewiesen - im Gegensatz zur Brauerei Haberstumpf. "Wir haben den Vorteil, dass bei uns Öl fließt." Doch auch hier ist der Kostenanstieg drastisch. "Der Preis hat sich quasi verdoppelt", konstatiert Müller. Die meiste Energie fällt demnach für die Kälteanlage an, in der das Trebgaster Bier gekühlt wird. "Im Sudhaus brauchen wir natürlich auch Heizöl."

Eine Preissteigerung für die Kunden habe es trotz spürbarer Mehrkosten bislang nicht gegeben. "Bis jetzt mussten wir unsere Preise nicht erhöhen", sagt Müller. "Aber wenn die Preisspirale weiterdreht, wird uns nichts anderes übrig bleiben." Der Experte rechnet zudem infolge des Kohlensäure-Engpasses branchenweit mit weiteren Preissteigerungen beim Bier. "Ja, die wird es mit Sicherheit geben", erklärt der Braumeister der Brauerei Haberstumpf in Trebgast.

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