Die echte Tina Turner hatte niemand erwartet am Samstagabend in der Dr.-Stammberger-Halle. Jedem Besucher war klar, dass es sich um eine Tribute-Show handelte. Trotzdem muss man bei lebenden Legenden vorsichtig sein. Erst vor wenigen Tagen hatte ein Gericht der echten Tina Turner recht gegeben, weil ein (anderer) Konzertveranstalter für eine ähnliches Konzert so geworben hatte, dass nach Auffassung der Richter Verwechslungsgefahr bestanden hätte.

Dabei hätte das die echte Tina Turner gar nicht nötig. Kann einem Künstler etwas Besseres passieren, als wenn er in den verschiedensten Produktionen gefeiert wird, wenn seine Musik interpretiert wird, seine Auftritte und Shows den Fans immer wieder in Erinnerung gerufen werden? Das passiert nur bei den ganz Großen. Und Tina Turner ist eine ganz Große.

Ein absoluter Superstar

Genau das machte die Show "Tina - The Rock Legend" (Reset-Production) in der Stadthalle auch deutlich. Erzählt wird die Geschichte von Anna Mae Bullock, die 1939 in Nutbush im amerikanischen Bundesstaat Tennessee geboren wurde und die es nach einem langen und schwierigen Weg zu einem absoluten Superstar mit elf Grammys und weltweit über 180 Millionen verkauften Tonträgern geschafft hat.

Viele Welthits waren zu hören

Natürlich gibt es alle großen Hits wie "Nutbush City Limits", "Let"s Stay Together", "What's Love Got To Do With It", "Break Every Rule", "Golden Eye" oder "The Best" zu hören - ein Superhit jagt den nächsten. Kaum einen im Publikum hielt es da noch auf seinem Platz. Alle standen zum Ende der Show, tanzend, klatschend und singend. Sie jubelten der facettenreichen Tina-Turner-Darstellerin Katanya Jones aus London zu. Die hatte keine Mühe, mit ihrer kraftvollen und markanten Stimme die vielen Welthits authentisch zu performen.

Katanya Jones ist genauso wie die echte Tina Turner eine absolute Powerfrau, die das Kulmbacher Publikum nicht nur mit "Servus allerseits" begrüßte, sondern später bei "Honky tonk woman" auch auf Tuchfühlung ging, eine Runde durch den Saal drehte und zusammen mit dem Publikum rockte.

Ausgeklügelte Choreographie

Geboten wurde ein echtes Feuerwerk mit tollen Stimmen, faszinierenden Tänzen, atemberaubenden Kostümen und einer ausgeklügelten Choreographie.

Ein wenig auf verlorenem Posten schien dabei Thomas Hinrich als eine Art Moderator im Frack. Er berichtete aus dem bewegten Leben der echten Tina Turner und ließ dabei kaum etwas aus. Seine Hauptaufgabe dürfte es aber wohl eher gewesen sein, kleine Verschnaufpausen für die Tina-Darstellerin und ihre vier Tänzerinnen Harley Charles, Tamika Williamson, Mia Yuill und Kerri Deaguiar (alle aus England) zu schaffen.

Als Eros Ramazotti auf der Bühne

Musikalisch gestaltet wurde das Ganze von einer fünfköpfigen Live-Band mit Background-Sängerin Elisabeth Markstein und Sänger Daniel Splitt. Letzterer gab auch zweimal ganz eindrucksvoll den Duettpartner von Tina, einmal als Eros Ramazotti mit "Cose della vita", das andere Mal als Bryan Adams mit "It´s only love". Die überragende Band besteht aus Keyboarder Arne Donadell, Schlagzeuger Markus Christ, Gitarrist Georg Spiess, Bassist Volkmar Grosse und dem charismatischen Saxophonisten Paul Griesbach. Die Bühne wirkte vor allem durch die große Leinwand und die ausgeklügelte Choreographie von Jonathan Mawson, die aus der Show viel mehr machen als ein Tribute-Koncert.