Kraft ist gefordert, wenn man sich am Hangelgerüst versucht, das den Namen "Monkey Bars" trägt. Kraft, die Poja Mahdiyeh hat. Er betreibt das Athletikstudio "NXT Level by Poja!" in Kulmbach. Kraft tanken und seine Koordination trainieren kann man am "Monkey Bars" bald auch in Thurnau. Und das unter freiem Himmel. Denn entlang des Radwegs nach Limmersdorf wird ein Fitnessparcours aufgebaut, den Poja Mahdiyeh für den Markt Thurnau konzipiert hat. Welche Idee dahinter steckt, verraten der Fitness-Experte und Bürgermeister Martin Bernreuther (CSU) im Interview.

Herr Bernreuther, wie ist der Markt Thurnau auf die Idee gekommen, den Fitnessparcours zu errichten?

Wir haben uns überlegt, was man in einer Zeit, in der Fitnessstudios geschlossen sind, in der kein Vereinssport betrieben werden darf, machen kann, um den Menschen eine sportliche Betätigung zu ermöglichen. Nachdem Sport an der frischen Luft gerade in den letzten Monaten immer beliebter geworden ist, wollen wir den Leuten deshalb einen Fitnessparcours im Freien anbieten

Wo wird der Parcours errichtet, wie wird er finanziert?

Errichtet wird er entlang des Radwegs, der von Thurnau nach Limmersdorf führt - etwa in Höhe des Raiffeisenbank-Geschäftsgebäudes. Das hat der Entwicklungsausschuss so entschieden. Dort stehen auch ausreichend Parkplätze zur Verfügung. Wir rechnen mit Kosten in Höhe von 45 000 Euro. Wir nehmen das Geld von der 60 000-Euro-Siegprämie, die wir 2019 vom Freistaat Bayern erhalten haben, als Thurnau das Gütesiegel "Heimatdorf" verliehen worden ist.

Hat sich der Markt Thurnau Anregungen geholt, in anderen Städten vergleichbare Anlagen begutachtet?

Natürlich. Wir haben vergleichbare Anlagen besichtigt, so auch die am Wöhrder See in Nürnberg. Wir haben uns dort Anregungen geholt und für Thurnau - glaube ich - eine gute Lösung gefunden. Die Planung und Erstellung unseres Parcours' haben wir ausgeschrieben. Den Zuschlag hat das Kulmbacher Athletikstudio "NXT Level by Poja!" von Poja Mahdiyeh erhalten, der auf dem Gebiet ein Experte ist. Poja ist diplomierter Sportwissenschaftler, war an der Erweiterung des Trimm-dich-Pfads in Kulmbach ebenso beteiligt wie an den Planungen für das Spartan-Race, das in Kulmbach stattfinden sollte, wegen Corona aber verschoben werden musste.

Herr Mahdiyeh, was erwartet die Sportler im Fitness-Parcours?

Es wird ein wirklich abwechslungsreicher Parcours mit fünf großen Stationen. Alle Geräte, die aufgestellt werden, sind Einzelstücke, werden eigens für Thurnau gefertigt. Am Hangelgerüst "Monkey Bars" wird man beispielsweise ein Krafttraining absolvieren können. Das ist quasi ein Multireck. Auch die acht Meter lange Pyramidenwand "Olympus" kommt nach Thur­nau. An ihr kann man hangeln und klettern und muss dabei versuchen, mit den Füßen den Boden möglichst nicht zu berühren.

Auch eine Boulder-Wand wird aufgestellt. Es sind alles Stationen, die anspruchsvoll sind und die man zum Teil auch in einem Parcours bei einem Spartan-Race vorfindet.

Man kann beim Krafttraining viel falsch machen. Erhalten die Sportler eine Anleitung?

Wir stellen natürlich Schilder auf, auf denen dargestellt wird, wie man welche Übungen ausführt. Ich selbst will Vereinstrainer und Übungsleiter schulen, die dann mit ihren Sportlern auf dem Parcours unter Anleitung ein Training absolvieren können.

Herr Bernreuther, wann wird der Parcours eröffnet?

Wir wollen, dass der Parcours spätestens im Mai genutzt werden kann.

In Zeiten von Corona nimmt das Thema Hygiene ja einen breiten Raum ein. Welche Vorkehrungen werden da getroffen?

Wir werden ein Hygienekonzept ausarbeiten. Was wir sicherlich machen werden: Wir stellen Tücher und Desinfektionsmittel zur Verfügung, damit jeder die Geräte nach der Übung reinigen kann.