Kriminelle erbeuten immer wieder hohe Geldbeträge durch Anrufe. Insbesondere ältere Mitbürgerinnen und Mitbürger sind von den Machenschaften betroffen. Um den Opfern Geld zu entlocken, geben sich die Täter entweder als Angehörige, oder als Beamte aus. Auch Anrufe als angebliche Ärztinnen und Ärzte habe es laut Polizeipräsidium Unterfranken bereits gegeben. Dabei passen die Betrüger ihre Telefonmasche an aktuelle gesellschaftliche Entwicklungen an. 

Bei einer Seniorin aus Kulmbach riefen Täter beispielsweise vor Kurzem an und behaupteten, ihre Tochter liege in einem Krankenhaus. Es müssten "hohe Kosten gedeckt" werden, "ohne die eine notwendige Behandlung nicht möglich" sei. Mit einer geschickten Gesprächsführung bauten die Kriminellen einen so hohen Druck auf die Frau auf, dass diese sich schlussendlich überzeugen ließ. Sie willigte ein, Geld an die Täter zu übergeben. Ein Unbekannter holte das Bargeld zusammen mit weiteren Wertsachen gegen 22.45 Uhr bei der älteren Dame ab. Er verschwand daraufhin. 

Telefonbetrug nimmt seit 2020 rapide zu

Vorfälle dieser Art haben sich laut Polizei seit dem Jahresende 2020 gehäuft. Dabei ist das Vorgehen meist ähnlich. Die Täter kontaktieren ältere Menschen und fordern Geld für schwer an Covid-19 erkrankte Verwandte. Im Laufe des Gesprächs behaupte der Täter dann, man benötige für eine Behandlung "schnell ein Medikament aus dem Ausland". Dies sei dann entweder sehr teuer und müsse schnell bezahlt werden oder aber die Kosten für den raschen Transport müssten von den Angerufenen in Vorkasse getragen werden. Auch der "Enkelbetrug", bei dem sich kriminelle als Verwandte der älteren Mitbürgerinnen und Mitbürger ausgeben und dann um eine finanzielle Unterstützung bitten, werde noch häufig verwendet. 

Aus diesem Grund hat die Polizei die Initiative "Leg' auf!" gestartet. Dabei sollen insbesondere ältere Menschen und deren Angehörigen über verschiedene Betrugsmaschen wie "Enkeltrickbetrug", "Falsche Polizeibeamte" und "Schockanrufe" informiert und sensibilisiert werden. Wie könnt ihr euch am besten dagegen schützen?

Diese Tipps gibt die Polizei:

  • Bei dubiosen Anrufen tatsächlich einfach auflegen und die Notrufnummer 110 wählen. Betroffene sollen bei der Polizei nach einem entsprechenden Einsatz fragen bzw. ob tatsächlich Verwandte in Not sind.
  • Ärzte oder Ärztinnen verlangen keine Vorleistungen in Barmitteln oder sonstigen Wertgegenständen, um einem akut kranken Menschen zu helfen. Erst recht nicht bei einer Betreuung auf einer Intensivstation.
  • Wichtige Daten von Personalausweisen und Reisepässen sollten nie am Telefon übermittelt werden. Die Polizei und andere Behörden werden diese Daten nicht telefonisch erfragen.
  • Die Polizei weist niemanden an, Geld oder Schmuck zu Hause zur Abholung bereitzulegen oder an Abholer zu übergeben.
  • Auf keinen Fall Geldbeträge an Fremde übergeben! Auch die Polizei holt an der Wohnungstür keine Wertsachen ab, um sie in Verwahrung zu nehmen.
  • Kriminelle können mit einem technischen Hilfsmittel jede gewünschte Rufnummer auf dem Telefondisplay anzeigen lassen. Bei einem Anruf der echten Polizei erscheint niemals die 110, auch nicht mit Vorwahl.
  • Austausch ist wichtig. Betroffene sollen sich mit ihren Freunden, Nachbarn und Verwandten über das Phänomen austauschen.