Kinder haben ab einem gewissen Alter Fragen. Viele Fragen sogar. Die sie natürlich von uns Eltern beantwortet haben wollen. Das erfordert eine große Portion Geduld - und ne Menge Allgemeinwissen.
Kinder haben ja viele - nein sogar sehr viele Entwicklungsphasen. Manche davon kann man als Eltern kaum erwarten.
Dazu zählt die Zeit bis zu den ersten Krabbel- und anschließend den ersten Gehversuchen, oder bis die ersten Zähnchen hervorspitzen - nicht zu vergessen das erste Wort. Meist ist es das Wort "Mama". Nicht bei unserem Kind - der kleine Verräter hat es damals bevorzugt, seinen Papa zuerst zu rufen. Hätte ich gewusst, dass in den darauffolgenden Jahren das Wort "Mama" gefühlt Einhundertmillionen Mal am Tag aus seiner kleinen Schnute sprudelt, so hätte ich den Triumph meinem Mann einfach nur gegönnt. Die Phase, die Eltern eine gehörige Portion Geduld (erwähnte ich schon mal, dass ich davon nicht viel besitze) abverlangt, ist die "Warum"-Phase. Sie begann vor etwa drei Jahren und wird inzwischen getoppt von "Wieso?", "Weshalb?" und "Was ist?". Eine Autofahrt von Nürnberg nach Hause läuft beispielsweise bei uns so ab: "Mamaaaa, muss man eigentlich verheiratet sein, wenn man ein Baby kriegen möchte?", "Mamaaa, wie kommen eigentlich die Kinder in den Bauch?" (Ich beantworte seine Fragen echt gerne, aber nicht alle mit dem gleichen Enthusiasmus). Es folgen die Fragen: "Mamaaa, warum wurde Jesus ans Kreuz gehängt?", "Mamaaa, warum bauen die Störche ihr Nest so weit oben auf die Häuser?". Hin und wieder wird auch der Papa mal gefragt: "Papaaa, was essen die Störche eigentlich?" und die allseits bekannte Frage, die sicherlich ALLE Eltern kennen: "Mamaaa, wann sind wir da?".
Wenigstens brauchen wir für diese Antwort kein Lexikon und erst recht keine Bedenkzeit.