Starkregenereignisse wie das Pfingsthochwasser 2017 sind vielen Kulmbachern in unguter Erinnerung. Sie können ein Lied singen von überschwemmten Gärten und überfluteten Kellern.

Nicht nur dem Management und den Mitarbeitern des besonders betroffenen Achat-Hotels, das damals einen Millionenschaden hatte und für die Renovierungsarbeiten viele Monate geschlossen bleiben musste, bereitet der Gedanke Bauchschmerzen, dass man wieder von der braunen Flut heimgesucht wird.

Vier Schwerpunkte

Deshalb verabschiedete der Stadtrat im November ein Überflutungsschutzkonzept. Bei der Planung wurde der Schwerpunkt auf vier besonders betroffene Stadtteile gelegt:

Bereich Dürrer Bach in Petzmannsberg;

Weiherer Straße, Luitpoldstraße, Stadtpark;

Rehberg, Gustav-Adolf-Straße, Hundsanger;

Mangbach, Mangersreuther Straße, Fröbelstraße, Bayreuther Straße.

2021 will man damit beginnen, das Konzept umzusetzen. "Wir sind beim Hochwasserschutz in der Pflicht und müssen etwas machen", stellt Oberbürgermeister Ingo Lehmann (SPD) fest und verweist darauf, dass nächstes Jahr knapp 13 Millionen Euro für Überflutungsschutz und Hochwasserfreilegung im Haushalt der Stadt und der Stadtwerke eingeplant sind und im Boden verbuddelt werden.

Rückhaltebecken im Stadtpark

Los geht‘s mit der Erneuerung und Erweiterung der Kanäle in der Weiherer Straße. Das Wasser, das bei Starkregen oberflächig nach unten schießt, soll in ein neues Regenrückhaltebecken im Stadtpark geleitet werden. Es wird im Bereich zwischen Siegfriedsäule und Hotel gebaut. Dazu muss auch der Astron-Parkplatz so umgestaltet und in Richtung Stadtpark geneigt werden, dass das Wasser in das neue Becken läuft.

Fortgeführt wird im Frühjahr der Kanalbau in der Hofer Straße. Für die Großbaustelle in der Blaich veranschlagt die Stadt eine Bauzeit von einem bis eineinhalb Jahren. Bei der Hochwasserfreilegung Purbach wird der verrohrte Bach in einen 4,5 mal 1,5 Meter großen Rechteckkanal verlegt, um das hundertjährige Hochwasser fassen zu können. Ein kompliziertes Projekt, denn während der Bauarbeiten muss die komplexe Infrastruktur im Boden mit Strom, Gas, Wasserleitung, Kanal und Abwasserdruckleitung der Schorgasttalgemeinden weiter funktionieren.

Betonwände am Ufer

Zum Abschluss folgt die optisch größte Veränderung mit dem Kreisverkehr am Krankenhausberg und dem neuen Einlaufbauwerk, wo das Purbachwasser in den Rechteckkanal fließt.

Während mit dem Bau des Stauraumkanals in der Gummistraße begonnen werden kann, muss beim Dürren Bach zunächst ein wasserrechtliches Verfahren eingeleitet werden. Dort soll ein neues Einlaufbauwerk in das Kanalnetz errichtet werden und ein mäandrierendes Gewässerbett. Vordringlich ist es, die teilweise vier Meter tiefen Ausspülungen im Uferbereich durch Betonwände zu sichern.