Offiziell sind der TSV Rugendorf und der SV Losau noch eigene Vereine. Sie haben ihre eigenen Vorstandsgremien, sie sind selbstständig und unabhängig voneinander für die Finanzen verantwortlich - und natürlich sind sie auch für die jeweiligen Sportplätze und Sportheime selbstständig verantwortlich. Doch seit mehr als fünf Jahren schon spielen die Vereine gemeinsam.

"Alleine hätten wir keine Mannschaften mehr bilden können. Wir haben alle etwas von der Gründung der SG", bringt Bernd Blüchel das Thema auf den Punkt. Und der Vorsitzende der SV Losau, Michael Lauterbach, der Youngster im Team, findet gar nichts mehr dabei. Denn er kennt die Rivalität zwischen den Mannschaften nicht mehr wirklich. Dazu ist er mit 25 Jahren zu jung. "Auf dem Spielfeld funktioniert die Zusammenarbeit sehr gut.
Wir sind eine Mannschaft", sagt Lauterbach.

Vergessene Rivalität


Natürlich kennt auch er die Geschichten von einstigen harten Kämpfen zwischen den beiden Mannschaften. Und tatsächlich war die alte Rivalität bei der Gründung einer gemeinsamen Mannschaft ein Thema. Bei der Gründung der SG gab es 2008 nicht nur Freunde dieser Idee.

"Aber man muss diese Nostalgie einmal Geschichte sein lassen", betont Gerhard Sesselmann, Vorsitzender der SG Rugendorf-Losau, und berichtet von schönen Spielen, von einer zusammengewachsenen Mannschaft.
Bislang war die Regelung so, dass lediglich der Spielbetrieb in der SG Rugendorf-Losau ausgegliedert war. Nun ist es für die Vorsitzenden aller drei Vereinigungen nur eine logische Konsequenz, auch endlich die Vereine zu verschmelzen. Denn dann müssen nicht immer drei Vorstandssitzungen einberufen werden, sondern man kann gemeinsame Entscheidungen treffen. Man kann dann in Zukunft in einem Gremium über Details entscheiden.

"Wir hatten viele Vorberatungen und hatten das Thema Verschmelzung schon bei der letzten und auch bei der diesjährigen Hauptversammlung auf der Tagesordnung. Und es gab keine Gegenstimmen", findet Bernd Blüchel vom TSV Rugendorf die Verschmelzung der Vereine eine gute Sache. Auch in Losau gab es keine echten Gegner, nur ein paar Stimmenthaltungen.

Viel Arbeit investiert

In vielen Monaten Arbeit haben die Vereine von Notar Markus Allstadt einen Verschmelzungsbericht und einen Verschmelzungsvertrag ausarbeiten lassen. Steuerberater Heiko Steger aus Stadtsteinach hat die wirtschaftlichen Belange geprüft und für die Verschmelzung vorbereitet. Denn natürlich soll es in Zukunft auch nur eine Kasse geben. "Wir haben viel Arbeit in die Verschmelzung gesteckt", berichtet Blüchel. Denn es gab viele Details zu bedenken.

Die Mietgliedsbeiträge werden vereinheitlicht, kündigt Bernd Blüchel an. Doch sonst soll alles beim Alten bleiben. Die beiden Sportplätze sollen weiterhin in Betrieb bleiben. Bei Heimspielen wird abwechselnd in Losau und Rugendorf gespielt.

Und auch die Sportheime sollen beide weiterbetrieben werden. "Wir werden uns eben nur leichter absprechen können", sagt Blüchel.

Skepsis ausgeräumt

Eigentlich sind sich alle drei Verantwortlichen einig, dass die Verschmelzung gelingen kann und eine reine Formalität sein wird. Denn in vielen Gesprächen müssten bereits im Vorfeld alle offenen Fragen und jegliche Skepsis ausgeräumt worden sein.

Offiziell sind dann Bernd Blüchel (49) und Michael Lauterbach (25) ihre Posten als Vorsitzender der jeweiligen Vereine los. "Aber wir sind beide in der SG Rugendorf-Losau", relativiert Bernd Blüchel und hat kein bisschen Angst vor dem Aufgabenverlust. "Wir sind alle drei in der SG engagiert und wir werden auch in Zukunft eingebunden sein", betont Michael Lauterbach vom SV Losau.

Im Gegenteil: Bis die Verschmelzung offiziell über den Tisch ist, bis alle Versicherungen umgemeldet sind, bis die Vereinsregister geändert sind und bis alle Formalitäten über der Bühne sind, wird es noch einige Zeit in Anspruch nehmen. "Aber das wird besser, denn man kriegt ja auch nicht unbegrenzt Leute zusammen, die die Arbeit machen", hofft Blüchel auf eine erfolgreiche Verschmelzungsversammlung. Sie findet am 13. Juni um 18.30 Uhr in der Gastwirtschaft "Losnitztal" in Losau statt.

Derzeit herrscht in Rugendorf beim Sportverein jede Menge Aufregung. Aber das hat einen anderen Grund: Der Blitz hat vor wenigen Tagen ins Rugendorfer Sportheim eingeschlagen und dort einen schlimmen Schaden an der Elektrik, an Telefonen und Computer verursacht.