Basketball-Bundesligist Medi Bayreuth hat das vierte Spiel in Folge verloren und trudelt immer weiter in Richtung Tabellenende: Bei Tabellenschlusslicht Gießen 46ers kassierten die Bayreuther eine 92:97 (40:46)-Niederlage. Einziger Lichtblick war Kapitän Bastian Doreth. Dessen 33 Punkte bedeuteten einen neuen Rekord eines deutschen Spielers seit gut fünf Jahren. Viel Zeit zum Aufarbeiten bleibt den Oberfranken aber nicht. Bereits am morgigen Dienstag gastieren sie bei den Telekom Baskets Bonn.

Bundesliga

Gießen 46ers - Medi Bayreuth 97:92(22:19, 24:21, 25:28, 26:24)

"Wir haben am offensiven Brett einfach zu viel liegengelassen. Meine persönliche Leistung interessiert mich jetzt überhaupt nicht, ich habe auch einige dumme Fehler gemacht. Wir haben die letzten zwei Wochen gut trainiert und uns wieder einmal nicht dafür belohnt", war Bastian Doreth nach der erneuten Niederlage gegen das Tabellenschlusslicht - die Bayreuther hatten schon das Hinspiel in eigener Halle gegen die Hessen mit 99:110 verloren - angefressen.

Am Bayreuther Kapitän lag es aber wohl am wenigsten. Doreth kam mit einer fulminanten Leistung aus seiner zuvor drei Spiele anhaltenden Verletzungspause auf das Parkett zurück. Der beste deutsche Vorbereiter der Basketball-Bundesliga erzielte mit 33 Punkten (4/4 Dreier) und einem außergewöhnlichen Effizienzwert von 42 eine neue persönliche Karriere-Bestleistung, erlaubte sich nur einen einzigen Fehlwurf und verteilte einmal mehr starke acht Assists. Einige Unterstützung bekam Doreth von Andreas Seiferth, der sich bei seinen 18 Zählern ebenfalls nur einen Fehlwurf erlaubte und die Partie als bester Bayreuther Rebounder (6) beendete.

Von den übrigen Bayreuthern kam allerdings zu wenig, allen voran von den beiden ansonsten korbgefährlichsten Akteuren: Der Litauer Osvaldas Olisevicius, der in den vorangegangenen sieben Spielen im Schnitt 19 Punkte erzielt hatte, warf nur zweimal auf den Korb und beendete die Partie mit mageren fünf Punkten. Topscorer Frank Bartley erzielte sieben Punkte mit indiskutabler Quote (2/9 Würfe) und verstrickte sich mehrfach in ausweglosen Einzelaktionen.

Wie in der Schlussminute, als er sich beim Rückstand von 90:94 und einer Restspielzeit von 35 Sekunden unter dem Korb der Hessen verdribbelte und den möglichen Anschluss vergab. Hauptmanko im Bayreuther Spiel war letztendlich die hohe Fehlerquote - alleine zwei Mal warfen die Hausherren Einwürfe unter dem eigenen Brett direkt in die Hände des Gegners - sowie allen voran das Rebound-Duell.

15 Gießener Offensiverebounds

Die Bayreuther waren mit 27:40 eindeutiger Verlierer, besonders schmerzhaft waren die 15 (!) Offensivrebounds, die den Gießenern mehrfach zweite Wurfchancen gestatteten. Somit war es wenig verwunderlich, dass die Hessen ihre Matchwinner auf den langen Positionen hatten: Der Ex-Bayreuther Brandon Bowman erzielte 21 Punkte und zehn Rebounds (Effizienzwert 31), Center-Koloss John Bryant beendete das Spiel mit 17 Zählern und 13 Rebounds (Effizienzwert 25).

"Man hat uns die Nervosität angemerkt. Je erfahrener unsere Spieler waren, umso besser haben sie funktioniert und produziert. Es hat sich gezeigt, dass nicht alle bereit sind für die Situation, in der wir gerade stecken", kritisierte Medi-Coach Raoul Korner. Sichtlich erleichtert war hingegen Gießen-Coach Rolf Scholz. "Es geht um die Sachen, die im Abstiegskampf selbstverständlich sein müssen, wie etwa ein gewisses Energielevel, Emotionen und die Bereitschaft dahin zu gehen, wo es weh tut. Da haben wir heute einen guten Job gemacht."