Durchatmen beim Basketball-Bundesligisten Medi Bayreuth: "Jetzt müssen wir nach unten keine Panik mehr schieben", sagte Chefcoach Raoul Korner nach dem 85:72 (32:35)-Erfolg über den starken Aufsteiger Chemnitz Niners erleichtert. Der vierte Sieg in Serie sowie der zehnte Bayreuther Saisonerfolg sollten bereits zehn Spieltage vor dem Hauptrundenende gleichbedeutend mit dem vorzeitigen Klassenerhalt für die Wagnerstädter sein.

Bundesliga

Medi Bayreuth -

Chemnitz Niners 85:72

(17:17, 15:18, 23:21, 30:16) Der Aufsteiger aus der Westsachsen-Metropole war zunächst die bessere Mannschaft, konnte sich bis auf neun Punkte absetzen (26:35, 18.) und nahm einen 35:32-Vorsprung mit in die Halbzeitpaus. Die Führung der Gäste hätte zu diesem Zeitpunkt weitaus deutlicher ausfallen können. Allerdings hatten die Sachsen, die zu diesem Zeitpunkt bereits neun Offensivrebounds eingesammelt hatten, ihr Visier aus der Distanz ausgesprochen schlecht eingestellt: Nur vier von 17 Dreierversuchen hatten zur Spielmitte den Weg durch die Bayreuther Reuse gefunden.

Punkt um Punkt arbeiteten sich die Wagnerstädter in der zweiten Halbzeit gegen den wacker dagegenhaltenden Aufsteiger heran (55:56, 30.). Die erste Bayreuther Führung seit der 9. Minute eroberte US-Spielmacher Lazeric Jones mit einem krachenden Dunking. Seiferth und Bartley legten sofort nach (61:56, 32.), und die Wagnerstädter konnten die sichtlich nachlassenden Sachsen fortan auf Distanz halten. Frank Bartley, herrlich freigespielt von Andreas Seiferth, sorgte für die erste zweistellige Medi-Führung (78:68, 36.), Chemnitz war geschlagen.

Dererk Pardon überragt

"Wir haben gegen Ende des dritten Viertels ein wenig an Energie verloren. Bayreuth hat angefangen, seine Würfe zu treffen, die Offensivrebounds bekommen und letztlich sehr stark zu Ende gespielt", sagte Chemnitz` Coach Rodrigo Pastore, der seine Profikarriere in Bayreuth begonnen hatte (1996 bis 1998).

Bayreuths Dererk Pardon beendete die Partie mit 18 Punkten (100 Prozent Feldwurfquote), sechs Rebounds, drei "Monsterblocks" und dem besten Effizienzwert (+27) aller Akteure. Insbesondere war es Pardon, der die Wagnerstädter vor dem Seitenwechsel an beiden Enden des Parketts im Spiel hielt. "Chemnitz ist ein starker Gegner, und ein Spiel dauert eben vier Viertel", gab der US-Center nach Spielende zu Protokoll. Play-off-Gedanken wollte er nicht hegen: "Wir denken von Spiel zu Spiel."

"Letztendlich hat heute die qualitativ bessere Bank den Ausschlag zu unseren Gunsten gegeben", analysierte Raoul Korner. Während die Bayreuther Einwechselspieler vor der Pause nur zehn Zähler (Bartely 6) sammeln konnten, waren sie nach dem Seitenwechsel mit insgesamt 25 Punkten entscheidend am klaren Bayreuther Erfolg beteiligt. Wichtige Impulse kamen dabei auch von Nachwuchstalent Kay Bruhnke, dem in über 15 Einsatzminuten insgesamt sechs Rebounds sowie je ein Rebound, Assist und Block gelangen.

Topscorer Olisevicius

Der Litauer Olisevicius war wieder einmal bester Korbschütze mit 19 Zählern und guter Quote (64 Prozent. Der Medi-Topscorer (14,1 Punkte/Spiel) erzielte zum 18. Mal in den zurückliegenden 19 Spielen eine zweistellige Korbausbeute.

Medi Bayreuth: Pardon (18), Wenzl (0), Bruhnke (6), Doreth (6), Seiferth (6), Jones (5/1), Tiby (2), Krug (0), Walker (5/1), Bartley (18/2), Olisevicius (19/3) / Chemnitz Niners: Harris (9/1), Ziegenhagen (3/1), Matthews (4), Richter (4), Wimberg (9/1), Johnson (0), Mike (21/3), Thornton (8/2), King (6/2), Lawson III (8).