"Hat mich sehr getroffen": Fränkische Traditionsfirma insolvent - Landrat bestürzt

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Neustadt bei Coburg: Spielwarenhersteller Franz Schneider insolvent
Der fränkische Spielwarenhersteller Franz Schneider aus Neustadt bei Coburg ist insolvent. (Archivbild: Franz Schneider GmbH & Co. KG)
Neustadt bei Coburg: Spielwarenhersteller Franz Schneider insolvent

Erst vor Kurzem wurde die oberfränkische Firma mit einer Auszeichnung bedacht. Jetzt steht der 88 Jahre alte Betrieb vor einer ungewissen Zukunft.

Der geschichtsträchtige fränkische Spielwarenhersteller Franz Schneider GmbH & Co. KG mit Sitz in Neustadt bei Coburg ist insolvent. Nach eigenen Angaben produziert das 1938 gegründete Familienunternehmen heute unter der bekannten Marke "Rolly Toys" vor allem Tretfahrzeuge für Kinder wie Traktoren oder Baumaschinen, die häufig in Lizenz bekannter Landmaschinenhersteller gefertigt werden. Gegenüber unseren Kollegen vom Fränkischen Tag  äußerte sich Geschäftsführer Frank Schneider am Dienstag (24. Februar 2026) zu den Hintergründen der Entscheidung und zur Perspektive des Betriebs (Plus-Artikel)

Erst vor wenigen Wochen war das Traditionsunternehmen im Zuge des 75. Jubiläums der Nürnberger Spielwarenmesse gewürdigt worden. Demnach ist "Rolly Toys" einer von nur 14 Ausstellern, die seit Beginn der Spielwarenmesse dabei sind. "Es macht uns so unfassbar stolz, dass wir zum 75. Mal auf der Messe ausgestellt haben", teilte das Unternehmen in diesem Zuge über die sozialen Medien mit. "Wir sind dankbar, dass wir zu diesem kleinen Kreis dazu gehören", heißt es in dem Post. Doch nun steht der Spielzeughersteller aus Oberfranken vor einer ungewissen Zukunft.

Neustadt bei Coburg: Spielwarenhersteller Franz Schneider meldet Insolvenz an - Landrat äußert sich

"Für das Coburger Land ist die Spielwarenbranche ein nicht nur traditionsreicher, sondern auch weiterhin wichtiger Industriezweig", erklärt Landrat Sebastian Straubel (CSU) vor dem Hintergrund der jüngsten Ereignisse. "Unsere Unternehmen behaupten sich mit ihren erstklassigen Produkten mit hohem Spielwert in einem hart umkämpften internationalen Markt", so der Landrat. "Rolly Toys" habe in diesem Kontext "immer eine führende Rolle gespielt". Umso mehr habe ihn die Insolvenzbekanntmachung deshalb bestürzt.

"Die Nachricht hat mich sehr getroffen", hält Straubel fest. "'Rolly Toys' ist ein absolut wichtiges Unternehmen und ein Aushängeschild unserer Industrie- und Spielzeugregion", erklärt er. Die Marke stehe seit jeher für "höchste Qualität" und "große Verbundenheit" zur Region. "Wenn nun ein solches Unternehmen mit innovativen Köpfen und den vielen fleißigen Händen in Schwierigkeiten kommt, muss auch dem Letzten klar werden: Unsere Wirtschaft im Land braucht bessere Rahmenbedingungen, um erfolgreich zu sein", so der Landrat. Auch Martin Schmitz, Leiter der Wirtschaftsförderung des Landkreises Coburg, pflichtet ihm in diesem Punkt bei.

"Unsere Unternehmen brauchen global wettbewerbsfähigere Rahmenbedingungen", so Schmitz. Dazu müsse man "manche Standards, die sich in einem immer enger gewordenen Korsett der Bürokratie wiederfinden, endlich wieder auf ein vernünftiges Maß zurückführen". Zudem sollte man sich die Frage stellen, "welche Löhne sich angesichts des hohen Wettbewerbsdrucks in Deutschland heute noch realisieren lassen". Darüber hinaus müssen Betriebe "mit Innovationen stets agil bleiben", um mit Produkten und Dienstleistungen "Made in Germany" im weltweiten Kontext mithalten zu können.

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