Die Formkurve von Basketball-Bundesligist Medi Bayreuth zeigt weiter nach oben. Fünf Tage nach dem Auswärtssieg in Chemnitz enführten die Wagnerstädter am Freitagabend auch die Punkte beim Tabellensiebten Hamburg Towers.

Bundesliga

Hamburg Towers -

Medi Bayreuth n. V. 92:95

(17:25, 24:21, 27:21, 18:19, 6:9)

Im 300. Bundesligaspiel von Kapitän Bastian Doreth (1 Dreier, 3 Assists, 3 Rebounds) siegten die Korner-Schützlinge am Ende eines spannenden Basketball-Krimis mit 95:92 (46:41) nach fünfminütiger Verlängerung. Der sechste Saisonsieg der Wagnerstädter (10 Niederlagen) hatte "viele Väter", allem voran war eine überzeugende Teamleistung ausschlaggebend. Das waren die weiteren Erfolgsfaktoren:

Energie und Physis

"Zunächst einmal muss man sagen, dass wir mit extrem guter Energie ins Spiel gestartet sind, so wie wir uns das auch gewünscht hatten. Gerade in Hamburg ist es wichtig, physisch wachsam zu sein", fasste Medi-Coach Raoul Korner nach Spielende zufrieden zusammen. Und in der Tat: Der Bayreuther Motor ging vom Start weg auf Touren, was die Hanseaten sichtlich überraschte und verunsicherte. Konsequent wurde der Ball an das Brett der Hausherren gebracht. Zur Pause hatte die lange Bayreuther Garde um Osvaldas Olisevicius (10), Dererk Pardon, Andreas Seiferth und Matt Tiby (je 9) den Großteil der Bayreuther Korbausbeute erzielt.

Die Bayreuther Verteidigung

"Wenn man mich nach dem entscheidenden Unterschied fragt, würde ich sagen, dass wir die wichtigen Big Shots getroffen und in der Verteidigung wichtige Plays gestoppt haben", analysierte Korner. Vor allem die Leidenschaft seiner Mannen dürfte dem Österreicher imponiert haben. Immer wieder gelangten die Bayreuther in die Passwege der Norddeutschen, kein Ball wurde verloren gegeben, mehrmals gingen die Medi-Korbjäger im Kampf um den Ball in den Bodenkampf. Fleißpunkte verdiente sich nicht zuletzt Matt Tiby (Effektivitätswert: 27) mit einer fast makellosen Defensivleistung (7 Rebounds, 2 Ballgewinne), die er zudem als zweitbester Werfer (17 Punkte) krönte. Dererk Pardon (13 Punkte, 7 Rebounds) unterstrich seinen starken Auftritt mit zwei erfolgreichen Wurfblöcken gegen Hamburgs besten Werfer Jordan Swing (18/5) und Maik Kotsar in den letzten Sekunden der Verlängerung. Er bewahrte Bayreuth damit vor einer weiteren Extrazeit.

Toscorer Frank Bartley

Der Bayreuther Topscorer trat 28 Minuten nicht als Korbschütze in Erscheinung und avancierte im Endspurt doch noch zum Topscorer. Just in der Phase als die Hanseaten im dritten Spielabschnitt mit einem 15:0-Lauf erstmals die Führung (63:58, 28.) übernommen hatten, fand der bullige US-Shooting-Guard zu seiner Treffsicherheit zurück. Erzielte 14 seiner am Ende 19 Punkte ab Beginn des Schlussviertels und war eiskalt an der Freiwurflinie (7/7).

Lazeric Jones steigert sich

Der Nachfolger von Ryan Woolridge, Lazeric Jones, kommt immer besser in Fahrt. Organisierte im Wechsel mit Kapitän Doreth den Spielaufbau, behielt dabei stets Ruhe und Übersicht. In seinem vierten Einsatz im Dress der Bayreuther kam der zuvor verletzungsbedingt rund ein Jahr inaktive US-Routinier auf 20 Einsatzminuten und verzeichnete dabei 12 Punkte (1 Dreier), zwei Rebounds und drei Assists.

Jones "spendierte" sein fünftes Foul kurz vor Ende der Verlängerung taktisch clever: Hamburgs TJ Shorts konnte daraufhin an der Freiwurflinie nur auf 92:93 verkürzen, Bayreuth kam nochmals in Ballbesitz und konnte ebenfalls an der Freiwurflinie die Führung wieder ausbauen (92:95).

So geht es weiter: Bereits am Mittwoch um 20.30 Uhr empfangen die Bayreuther zum Hinrundenfinale die BG Göttingen in der Oberfrankenhalle, zwei Tage später eröffnen Doreth & Co. die Rückrunde mit einem Gastspiel beim deutschen Meister Alba Berlin (19 Uhr).

Die Statistik

Hamburg Towers: Shorts (17 Punkte), Swing (18/5 Dreier), DiLeo (8/2), K. Taylor (12), Kotsar (12), Richter (2), Ogunsipe (7), Hollatz (0), Allen (9/1), Cuthbertson (6/2), B. Taylor (1)

Medi Bayreuth: Pardon (13), Wenzl (dnp), Jalalpoor (0), Doreth (3/1), Seiferth (9), Jones (12/1), Tiby (17/2), Walker (8/2), Bartley (19/2), Olisevicius (14), Krug (dnp)

Schiedsrichter: Orzugani, Simonow, T. Krause