Basketball-Bundes- ligist Medi Bayreuth hat seine Negativserie auch am zweiten Weihnachtsfeiertag nicht gestoppt: Nach den Niederlagen in Braunschweig und Frankfurt sowie zu Hause gegen Würzburg musste sich das Team von Trainer Raoul Korner auch gegen das bis dahin sieglose Schlusslicht Gießen 46ers in heimischer Halle mit 99:110 (52:47) geschlagen geben. Die Bayreuther Hauptrundenbilanz beträgt somit vor dem Jahresabschluss mit dem Oberfrankenderby am Mittwochabend in Bamberg (20:30 Uhr) drei Siege und sieben Niederlagen.

Bundesliga

Medi Bayreuth -

Gießen 46ers 99:110

(27:30; 25:17; 18:24; 29:39) Bis Mitte des zweiten Viertels hatte der mutig in die Partie startende Tabellenletzte aus Hessen zumeist die Nase vorne, einmal sogar mit acht Punkten (22:30, 8.), dann gelang es den Wagnerstädtern vorübergehend, sich in der Defensive zu steigern. Mit einem 21:4-Lauf zogen sie an den Gästen zur bis dahin höchsten Führung der Partie vorbei. Dafür sorgte David Walker an der Freiwurflinie zum 50:40 (18.). Weil die Korner-Männer danach jedoch ihren Energielevel nicht hochhielten, kamen die Gäste noch vor dem Seitenwechsel wieder bis auf 47:52 heran, wobei sich nicht zuletzt der Ex-Bayreuther Brandon Bowman mit einigen guten Aktionen in Angriff und Verteidigung auszeichnete.

Gießen kreiert Stopps

"Entscheidend für unseren Sieg heute war, dass wir nach der Halbzeit mit einer anderen Energie zurück aufs Feld gekommen sind. Vor allem im dritten Viertel ist es uns gelungen, Stopps zu generieren und darüber dann auch Selbstvertrauen für den Angriff zu gewinnen", kommentierte Gießens Interimscoach Rolf Scholz die Geschehnisse nach dem Seitenwechsel zufrieden. Während die Gäste mit fortlaufender Spielzeit nun immer stärker wurden und flüssig kombinierten, schien bei Medi Bayreuth die Angst vor einer erneuten Niederlage Lähmungserscheinungen auszulösen. Die Offensive fand fast nur noch statt, wenn Frank Bartley auf dem Parkett stand und den Korb der Hessen mit Einzelaktionen attackierte. Defensiv waren die fahrigen Bayreuther meist einen Schritt zu spät dran und bekamen keinen Zugriff mehr auf die Partie. Noch vor der letzten Viertelpause eroberte Isaac Hamilton die Führung für die Gäste zurück (70:71, 30.).

Hamilton nicht zu stoppen

Und Hamilton, der sich bei den Hessen nach der Pause mit 15 seiner insgesamt 20 Zähler als Punktegarant Nr. 1 hervortat, setzte seine Korbjagd unmittelbar fort (70:73, 31.), unterstützt von Topscorer Jonathan Starks (21 Punkte/3 Dreier), US-Center Scottie James (18/3) und Brandon Bowman (17/1), der an alter Wirkungsstätte mehrere Fast-Breaks erfolgreich abschloss. Gießen zog davon und ging beim 96:85 (37.) erstmals zweistellig in Führung.

Auszeiten von Medi-Coach Korner verpufften. Die Hessen schraubten ihre Korbausbeute im letzten Viertel auf 39 Zähler hoch.

Zwei Spieler sind unentbehrlich

"Das Spiel hat einmal mehr ganz deutlich aufgezeigt, wo die Baustellen liegen. Wir kassieren im letzten Viertel 39 Punkte, 110 im gesamten Spiel. Wir haben zwei Spieler, die wir praktisch nicht vom Feld nehmen können, ohne komplett in Chaos zu verfallen. So wie es aussieht, ist Abstiegskampf angesagt", war Korner "bedient". Frank Bartley als Topscorer mit 27 Zählern (1 Dreier) sowie der unermüdlich rackernde und zuweilen vergeblich antreibende Kapitän Bastian Doreth ragten aus einer ansonsten restlos enttäuschenden Bayreuther Mannschaft heraus. David Walker konnte der ihm zugedachten Rolle als Anführer einmal mehr nicht gerecht werden, sein junger US-Landsmann Ryan Woolridge war als Doreth-Stellvertreter zuweilen überfordert. Und auch im Centerduell hatten Pardon und Seiferth gegenüber James und Bowman klare Nachteile.

Die Statikstik

Medi Bayreuth: Bartley (27/1), Tiby (13/1), Walker (13/2), Olisevicius (11/1), Doreth (11/2), Seiferth (10), Woolridge (9/1), Pardon (5), Jalalpoor (0), Wenzl (dnp), Krug (dnp), Bruhnke (dnp),

Gießen 46ers: Stark (21/3), Hamilton (20/2), James (18/3), Bowman (17/1), Thomas (13/1), Richter (7/1), Kraushaar (6), Pjanic (6), Zylka (2), Uhlemann (0), O`Reilly (0)

Schiedsrichter: O. Krause, S. Bittner, B. Loder