Kiew — Trotz der politisch sehr schwierigen Lage in der Ukraine reiste das Team Vorarlberg nach Kiew, um bei den drei UCI-Rennen zu starten. Auf der ersten Etappe über 160 Kilometer waren nicht weniger als 1800 Höhenmeter zu bewältigen. Tausende Zuschauer säumten den acht Kilometer langen Rundkurs. Reinier Honig, der niederländische Profi in Diensten des Teams Vorarlberg, feierte mit Rang 3 gleich einen Podestplatz.
Andreas Hofer als Sechster und Grischa Janorschke als Zehnter komplettierten ein tolles Mannschaftsergebnis für das österreichische Team. Im Sprint war der Ex-Lampre Profi Vitaliy Buts aus der Ukraine (Team Kols) der große Sieger vor riesiger Kulisse mitten im Zentrum Kiews.

Sintflutartiger Regen

Die 2. Etappe führte auf einem sieben Kilometer langen Rundkurs über 154 Kilometer erneut mitten durch die Kiewer Innenstadt. Pro Runde waren 60 Höhenmeter zu absolvieren, insgesamt 1300. Sintflutartige Regengüsse und Sturmböen sowie gepflasterte Straßen - Paris-Roubaix lässt grüßen - sorgten für schwierige Bedingungen.
Trotz der Wetterkapriolen wurde das Rennen nicht verkürzt. So stiegen in jeder Runde einige Fahrer vom Rad.
Klassikerjäger Grischa Janorschke kam mit den Verhältnissen am besten zu Recht. Im harten Finale gegen die russischen, ukrainischen und polnischen Teams klassierte er sich auf dem beachtlichen 5. Rang, Andreas Hofer wurde Siebzehnter. Auch Christoph Springer erreichte das Ziel, während Fabian Schnaidt, Dennis Wauch und Reinier Honig vom Team Vorarlberg Mitte des Rennen die Segel strichen.

Aus nach 60 Kilometern

Auf der dritten und letzten Etappe über 160 Kilometer und stattliche 2000 Höhenmeter kam dann das Aus für Grischa Janorschke. Er stürzte nach 60 Kilometern und musste das Rennen aufgeben.
Erneut war es Reinier Honig vom Team Vorarlberg, der gegen die Übermacht der heimischen Teams am erfolgreichsten ankämpfen konnten. Allerdings verpasste er mit Rang 7 das angepeilte Podium.
Honig machte sich mit sechs anderen Fahrern davon. Was dann passierte, war nicht die feine englische Art. Denn zwei Fahrer des heimischen Teams Kolls wurden innerhalb kürzester Zeit via Auto vom Feld an die Gruppe herangeführt. Die UCI-Kommissare hatten hier wohl mehr als zwei Tomaten auf den Augen. In Folge wurde pausenlos attackiert bis Honig platt war und nicht mehr alle Attacken kontern konnte.
Hofer hatte zudem Pech mit einem Kettenriss. Springer auf Platz 26, Wauch auf Rang 41 und Fabian Schnaidt als 45. beendeten das Rennen im Feld.
Kiew war jedenfalls für das Team Vorarlberg eine Reise wert, nicht nur wegen der 40 UCI-Punkte, die die Österrreicher mit nach Hause brachten. red