Medi Bayreuth hat sein Jubiläumsspiel in der Basketball-Bundesliga verloren: Im 1000 Erstligaspiel seit 1976 verloren die Wagnerstädter nicht nur mit 93:99 (56:52) gegen Ratiopharm Ulm, sondern bereits vor der Pause ihren Trainer Raoul Korner wegen Disqualifikation.

Medi Bayreuth - Ratiopharm Ulm

93:99 (56:52)

(29:22, 27:30, 15:23, 22:24) Die Bayreuther starteten mit viel Energie in die Partie, trafen hochprozentig aus allen Lagen und konnten sich somit einen 29:22-Vorsprung nach den ersten zehn Minuten herausspielen. Danach fanden die Gäste, die nun in der Defensive energischer zulangten, besser in die Partie: John Petrucelli sorgte in der 15. Minute für den ersten Führungswechsel (38:39). Bayreuth hielt aber dagegen. Frank Bartley traf mit einem Dreier zum 52:50 (19.). Danach folgte die Szene, die zum Ausschluss von Raoul Korner führte. Nach einem mehr als fragwürdigen Foulpfiff gegen US-Center Dererk Pardon echauffierte sich der Österreicher derart, dass er binnen weniger Sekunden zwei technische Fouls kassierte und daraufhin die Halle verlassen musste. Ulm konnte die beiden daraus resultierenden Freiwürfe verwandeln. Die Wagnerstädter zeigten jedoch eine Trotzreaktion und sicherten sich nach Treffern von Tiby und Pardon eine 56:52-Pausenführung (20.).

"56 Punkte in einer Halbzeit einzufangen, war definitiv zu viel. Nach dem Seitenwechsel haben wir das Spiel dann mit einer Energieleistung herumgebogen", analysierte Ulms Nationalspieler Andreas Obst (ehemals Bamberg) den weiteren, für seine Farben günstigen Spielverlauf.

Bis Mitte des dritten Spielabschnitts war die Partie ausgeglichen (69:66), dann konnten sich die Schwaben mit einem 14:2-Lauf deutlicher absetzen (71:80, 34.). Mit viel Willen und Charakter kämpften sich die Bayreuther nochmals heran (90:94, 39.), ohne die Ulmer jedoch ernsthaft in Bedrängnis bringen zu können. Der österreichische Nationalspieler Thomas Klepeisz machte schließlich an der Freiwurflinie den Deckel drauf.

Starke Trefferquoten helfen nicht

Frank Bartley erzielte als Bayreuther Topscorer 25 Punkte mit einer herausragenden Feldwurfquote von 75 Prozent, wurde aber in puncto Treffsicherheit teamintern von Osvaldas Olisevicius (16 Punkte/84 Prozent) sowie Dererk Pardon (14 Punkte/80 Prozent) noch überboten. Das alles half in der Endabrechnung jedoch nichts, nicht zuletzt weil Führungsspieler David Walker einmal mehr nahe am Totalausfall war: Der hochbegabte Aufbau- und Flügelspieler kassierte bereits in der 7. Minute sein drittes Foul, musste daraufhin längere Zeit auf der Bank verbringen und fehlte nicht zuletzt als Verteidiger gegen den Ulmer Topscorer Cameron Clark (20 Punkte). Magere zwei Punkte (1/4 Würfe), kein einziger Rebound oder Assist sowie ein Ballverlust wies die Spielstatistik für den US-Amerikaner aus.

Zudem konnten Andreas Seiferth (8) und Kapitän Doreth (11/1) ihre starke Verfassung des ersten Durchgangs nicht über den Seitenwechsel hinaus konservieren.

"Wir haben das Spiel gegen Ende des dritten sowie zu Beginn des vierten Viertels aus der Hand gegeben. Ulm war in dieser Phase einfach physischer und wir zu passiv. Dennoch Hut ab vor unseren Jungs, sie haben gut gekämpft und mir den Job an der Seitenauslinie leicht gemacht", fasste Korner-Stellvertreter Lars Masell nach Spielende zusammen.

Raoul Korner hatte es mit räumlicher Distanz ähnlich gesehen: "Die Niederlage gegen Bamberg hat geschmerzt, da sie ja unsere letzten realistischen Chancen auf die Play-offs begraben hat. Deshalb war es spannend zu sehen, wie das Team darauf emotional reagieren würde. Die Mannschaft hat eindrucksvoll gezeigt, welch starken Charakter sie hat. Wir haben gekämpft bis zum Ende."

Medi Bayreuth: Pardon (14), Jalalpoor, Doreth (11/1), Seiferth (8), Jones (7), Tiby (10/2), Walker (2), Bartley (25/3), Olisevicius (16/1) / Ratiopharm Ulm: Conger, Clark (20), Petrucelli (14/2), Wilkins (5), Obst (17/2), Osetkowski (8/2), Klepeisz (9/1), Caupain (14), Heckmann, Holman (12/2)