Vier Jahre Planung fanden ihren Abschluss: Mit dem ersten Spatenstich begann die Diakonie Kulmbach mit dem Bau des Mainleuser Seniorenheims. 60 Plätze für die älteren Mitbürger entstehen auf dem Gelände hinter dem Siedlerheim inmitten von Mainleus. Die Gesamtkosten belaufen sich auf 6,2 Millionen Euro, also rund 100 000 Euro pro Platz.

"Ein Stück Heimat soll es werden, wenn es zu Hause nicht mehr geht", erklärte der geschäftsführende Vorstand der Diakonie, Karl-Heinz Kuch. Durch die zentrale Lage sei es problemlos möglich, dass Kinder und Enkel ihre dort lebenden Angehörigen besuchen.

Kuchs Dank galt Bürgermeister Dieter Adam (FW), der der Diakonie alle Türen geöffnet habe: "Geht nicht, gibt's nicht bei ihm."

Auch der Gemeinderat habe ohne Wenn und Aber hinter dem Projekt gestanden.
Die Einwände (Parkplätze, Geschosszahl, Bolzplatz) seien letztlich der sachgerechten Planung dienlich gewesen. "So etwas habe ich in 17 Jahren Diakonie noch nicht erlebt", erklärte Karl-Heinz Kuch auch mit Blick auf die Tatsache, dass die Gemeinde nicht nur das Grundstück kostenfrei zur Verfügung gestellt, sondern auch noch 300 000 Euro für die Inneneinrichtung gegeben habe. Das ermögliche es, die Pflegesätze für die künftigen Bewohner niedriger zu halten. Auch die Verwaltung habe nicht über Probleme diskutiert, sondern Lösungsvorschläge unterbreitet, freute sich der Redner.

Und auch den Namen der neuen Einrichtung gab er bekannt: "Mainleuser Stift" soll sie heißen. Dieser Name wurde aus über 150 Vorschlägen ausgewählt, die rund 50 Bürger eingesandt hatten. Die Entscheidung begründete Kuch damit, dass der Begriff einerseits etwas mit stiften im Sinne von unterstützen zu tun habe, andererseits eine Wohnform für Senioren bezeichne. Und der Begriff sei geläufig vom evangelischen Wohnstift in Kulmbach und signalisiere Geborgenheit sowie Sicherheit.

Landrat Klaus Peter Söllner (FW) sprach von einem ambitionierten Projekt. Doch Karl-Heinz Kuch habe ja bereits bewiesen, dass er höchste Ansprüche bei Baumaßnahmen realisieren könne.

Als BRK-Kreisvorsitzender wisse er, Söllner, um den Aufwand, ein derartiges Vorhaben in die Tat umzusetzen. Das Seniorenheim werde Mainleus als zweitgrößte Gemeinde im Landkreis weiter nach vorne bringen.
Zugleich verwies der Landrat auf das gute Zusammenwirken der Sozialverbände (Diakonie, Awo, BRK und Caritas), die sich gegenseitig unterstützen und sich nicht als Konkurrenz sehen würden. Und gerade auf dem sozialen Sektor sei die Zahl der Arbeitskräfte am kräftigsten gewachsen.

Es entstehe ein "Leuchtturm über die Grenzen der Gemeinde hinaus", sagte Bürgermeister Dieter Adam. Der Gemeinderat habe in seinem Denken, Handeln und Entscheiden stets die Menschen in den Mittelpunkt gestellt, erklärte das Gemeindeoberhaupt.

Pfarrer Michael Schaefer sprach mit Blick auf die künftigen Bewohner und die Mitarbeiter der Diakonie dort von einem "Haus des Lebens für alle".

Bereits im Oktober 2017 soll das Seniorenheim fertig sein.