Kleine Ursache, große Wirkung - so lässt sich der Großeinsatz wohl am treffendsten beschreiben. Es war eine Staubablagerung in einer Zuleitung zur Trocknungsanlage des Getreidesilos, die sich entzündet hatte. Das Glutnest - etwa so groß wie ein Handteller - verursachte dann einen Schwelbrand. Ein Mitarbeiter hatte gegen 10.20 Uhr eine ungewöhnliche Rauchentwicklung bemerkt und die Feuerwehr alarmiert.

Da anfangs nicht ausgeschlossen werden konnte, dass es sich um einen Silobrand handelte, wurde ein Großaufgebot an Rettungskräften angefordert. Die Feuerwehr Kulmbach war mit 14 Fahrzeugen im Einsatz, die Mainleuser Wehr mit drei und die Feuerwehr Höferänger mit einem Einsatzwagen. Als weitere Bereitschaft standen die Wehren aus Fölschnitz, Schwarzach, Lehenthal und Melkendorf in der Albert-Ruckdeschel-Straße zur Verfügung - insgesamt 110 Feuerwehrleute waren vor Ort.

Mit der Wärmebildkamera wurde das Glutnest schnell ausfindig gemacht, wie Einsatzleiter Michael Weich erläuterte. Das Hauptproblem war der Temperaturanstieg in der Anlage auf 200 Grad Celsius (normalerweise herrschen dort 30 bis 35 Grad Celsius). Um die Temperatur möglichst schnell und zugleich schonend für das Getreide herunterzukühlen - im Silo lagerten zu diesem Zeitpunkt 18 Tonnen Gerste - kam ein spezielles Vernebelungs-Lösch-System zum Einsatz. Mit nur fünf Litern Wassern, das als feiner Nebel über Lanzen in die Anlage gesprüht wurde, gelang es zügig, die Temperatur zu senken.

Gegen 12 Uhr konnte Weich vermelden: "Der Schwelbrand ist aus." Er war vor allem erleichtert darüber, dass der Brand nicht im Silo direkt war: "Dann hätten wir ein Problem gehabt, wenn 18 Tonnen Getreide gebrannt hätten."

Entwarnung gab auch der Betriebsleiter der Ireks-Malzabteilung, Dr. Herbert Graf, der der genauen Brandursache auf den Grund gegangen war. "Silo, Trockner und Getreide waren nicht gefährdet", sagte auch er erleichtert. Dennoch müsse das Getreide jetzt genau auf mögliche Rauchschäden untersucht und gegebenenfalls entsorgt werden.

Während des gesamten Einsatzes war auch Oberbürgermeister Henry Schramm vor Ort, später stieß auch noch stellvertretender Landrat Jörg Kunstmann dazu. Auch zahlreiche Bürger verfolgten die Löscharbeiten, die - trotz bester Einkaufszeit - zu keinen größeren Behinderungen in der Albert-Ruckdeschel-Straße führten.

Neben den Feuerwehren waren auch die BRK-Bereitschaften aus Kulmbach und Mainleus sowie ein Wagen des THW im Einsatz.