Von außen sieht es noch richtig nach Arbeit aus, innen fehlen aber nur noch ein paar Kleinigkeiten. Steckdosen, Türen, ein paar Malerarbeiten, die Schutzschichten von Böden, Fenstern und Treppen entfernen. Dann mal ordentlich durchputzen - und die neue Volkshochschule ist bereit.

Es riecht neu, und es ist alles neu: In zwei Wochen beginnt das Kursprogramm. Die provisorischen Zwischenlösungen haben ein Ende. Mit zwei Jahren Bauzeit haben Sanierung, Umbau und Erweiterung des Gebäudekomplexes um einiges länger gedauert as gedacht, mit 4,4 Millionen Euro kam das Ganze deutlich teurer als ursprünglich geplant. Bei der Finanzierung helfen jedoch Mittel der Städtebauförderung und des Kommunalen Investitionsprogramms, so Jonas Gleich von der Pressestelle der Stadt.

Probleme im alten Gemäuer

Dass die Sanierung teurer wurde, ist nicht zuletzt auf ein paar unangenehme Überraschungen zurückzuführen. Im Altbau wurde 2019 der echte Hausschwamm entdeckt. Das machte umfangreiche zusätzliche Sanierungenarbeiten an der Holzdeckenkonstruktion sowie am Fachwerk des ersten Obergeschosses nötig, erläutert Sven Scherbel, stellvertretender Leiter der Hochbauabteilung der Stadt. Dazu kamen Fäulnisschäden im Dachbereich. Alles in allem viel Arbeitsaufwand.

Obendrein kam die beauftragte Fensterbaufirma ihren Verpflichtungen nicht nach und musste gekündigt werden. Mit der Neuausschreibung erhöhten sich die Kosten. Und schließlich geht auch die Gestaltung der Außenanlagen noch einmal ins Geld. Da war im Vorfeld nur das Allernötigste eingeplant.

Das einstige Archivgebäude an der Stadtmauer wurde abgerissen, ebenso das ehemalige Verwaltungsgebäude mit der Garage. Das Gebäude wurde neu aufgebaut, dabei der kleine Innenhof erhalten. Es gibt ein neues Treppenhaus und einen Aufzug, so dass endlich die Barrierefreiheit gewährleistet ist.

Viel Aufwand, eine große Investition. Doch das Ergebnis ist das Geld wert. Davon ist Oberbürgermeister Ingo Lehmann (SPD) überzeugt. "Es geht hier nicht alleine um die Sanierung eines Verwaltungsgebäudes. Hier steht auch die Bewahrung und die Erhaltung eines stadtbildprägenden, historisch wertvollen Bauwerks im Vordergrund."

Am 14. September geht's los

VHS-Leiterin Maria Schabdach freut sich sehr auf den Neustart in zwei Wochen. Sobald alles sauber ist, werden die Büros und Kursräume mit neuen Möbeln und aktueller Technik ausgestattet. Und dann geht's los: Die Teilnehmer des Englisch-Anfängerkurses sind die ersten, die am 14. September in den neuen Räumen lernen dürfen.

Insgesamt gibt für die VHS-Kursangebote deutlich mehr Platz als früher. Es stehen jetzt fünf Kursräume für bis zu 20 Personen und zwei Veranstaltungssäle für 30 Teilnehmer zur Verfügung. Wegen der Corona-Pandemie kann diese Kapazität allerdings vorerst nur zur Hälfte genutzt werden, um alle geltenden Regeln einhalten zu können.

Die Zeit des Improvisierens mit Räumen in verschiedenen städtischen Gebäuden ist nun vorbei. Die klassischen Kurs-Angebote sind wieder an einem Ort. Mit zwei Ausnahmen, die lange Tradition haben: Getöpfert wird auch in Zukunft im Werkraum der Oberen Schule, gekocht in der Lehrküche der Max-Hundt-Schule. Auch einige Sportkurse finden wie schon früher außerhalb statt.

Neben der VHS ziehen in den Gebäudekomplex demnächst noch die Allgemeine Kulturverwaltung der Stadt, die Kämmerei und die Steuerabteilung ein.