Neben der Turnhalle ist auch das Stadtsteinacher Schulhaus in die Jahre gekommen. Die Turnhalle wird derzeit durch einen Neubau für 2,2 Millionen Euro ersetzt. Für die Teil- oder Generalsanierung des Schulhauses wurde im Juni das Architektur-Büro Hauck mit einer Machbarkeits-Studie beauftragt. Kürzlich wurde mit Planungsbüros für Elektrotechnik, Heizung/Lüftung/Sanitär, Bauphysik und Akustik, Brandschutz und für Statik das Gebäude eingehend in Augenschein genommen, um den Sanierungsbedarf insgesamt zu ermitteln. Das Ergebnis trug Bruno Hauck vom Bayreuther Architektur-Büro dem Stadtrat in der Sitzung am Montag nun vor: 7,13 Millionen Euro würde die Generalsanierung des Gebäudes kosten.
Bei dieser Summe schluckte der gesamte Stadtrat gewaltig. Selbst wenn die Schulhaussanierung wie die neue Turnhalle mit 74 Prozent aus FAG-Mitteln bezuschusst würde, würde das Stadtsäckel immer noch mit 1,85 Millionen Euro gebeutelt. Dennoch waren sich die Stadträte ausnahmslos einig, eine Generalsanierung anzustreben. Dazu gebe es keine Alternative, "um den Schulstandort zu erhalten" (Knud Espig, SPD) und zwar "so schnell wie möglich" (Lars Leutheußer, CSU), was mit der augenblicklichen Förderkulisse möglich sein müsse.


Zwei Möglichkeiten

Zwei Alternativen stehen im Raum: Eine Teilsanierung, um den augenblicklichen, allerdings nicht mehr zeitgemäßen Bestand zu erhalten. Oder eine Generalsanierung nach dem neuesten Stand, der der Qualität eines Neubaus entsprechen würde. Bereits in einem Vorverfahren standen 3,5 Millionen Euro an Kosten zur Diskussionen, erinnerte Klaus Witzgall (CSU). Die betrafen jedoch nur die energetische Sanierung des Gebäudes. Eine Generalsanierung könne man auch in Abschnitten machen, warf Wolfgang Martin (GLS) ein; ein Gesamtkonzept sei in jedem Fall besser, so Wolfgang Heiß (CSU); denn so etwas in Einzelteilen zu machen komme erfahrungsgemäß immer teurer.
Man sei deshalb gut beraten, jetzt mit der Bezirksregierung über ein Konzept "in seiner Komplettheit zu reden", resümmierte Bürgermeister Roland Wolfrum. Bis nach den Ferien könnte man ein dann noch genauer kalkuliertes Konzept haben. Zudem müsse man auch mit der Schulleitung beraten, wie eine Generalsanierung mit dem Schulalltag zu vereinbaren wäre. Man müsste gegebenenfalls Klassenzimmer in Container auslagern oder auch vorübergehend auf Räume an anderen Schulen im Schulverband zurückgreifen. Außerdem wären Wünsche der Schule noch berücksichtigen, die es wegen inzwischen veränderter Unterrichtsinhalte sicher gebe.


Brandschutz und Barrierefreiheit

Ohnehin gebe es Unzulänglichkeiten im Brandschutz, war ein Ergebnis der kürzlichen Besichtigung des Gebäudes. Im Zuge einer Sanierung müsse Barrierefreiheit erreicht werden. Decken, Fenster und Oberlichter wie auch die Heizungsinstallation müssten zur Energieeinsparung ersetzt werden, ebenso die Lüftung dann mit Energierückgewinnung. Des Gleichen die Sanitäreinrichtungen samt Abflüssen, denn im Untergeschoss gebe es keine Rückstau-Vorrichtungen. Völlig neu müsste auch die Elektroinstallation verlegt werden - die Beleuchtung sowieso. Und an eine zeitgemäße Medienausstattung der Schulen gebe es aktuell ohnehin erheblich höhere Ansprüche.
Ob Teil- oder Generalsanierung: Auf jeden Fall solle man zuerst die Kanalisation untersuchen lassen, die unterhalb der Bodenplatte verlegt sei, regte Bruno Hauck an. Eventuell notwendige Reparaturen am Kanal wären in jedem Fall vor weiteren Arbeiten notwendig. Eine Kanalbefahrung (Kosten um die 10 000 Euro) beschloss der Stadtrat deshalb umgehend - ebenso, dass eine Generalsanierung kurzfristig angestrebt werden soll.