Für Künstler Pavel Fedorov (33) war es nicht einfach, mit einigen seiner schönsten Bilder die russische Heimat zu verlassen. Drei Tage war er unterwegs. Er hat die Werke eingerollt, in eine Tasche gepackt. Jetzt ist er in Kulmbach.

Für Aufsehen hat der 33-Jährige gesorgt, weil er Bilder, die er beim früheren Aufenthalt in Kulmbach gemalt hatte, in der Galerie Kotyba verkaufen wollte. Der Erlös sollte Menschen aus der Ukraine zugutekommen. Der große Andrang blieb bei der Vernissage aus - vielleicht auch, weil Fedor etliche großformatige Werke für den guten Zweck zur Verfügung gestellt hat. Sogar Landrätin Christina Flauder konnte nicht widerstehen. Sie griff bei einem kleinformatigen Werk zu.

Die Geschichte hinter den Bildern

Jan (20) und Milena (16) Dressel haben die beiden Werke, die Kulmbach zeigen, mit ihrer Familie erworben "Diese Bilder bekommt unsere Mutter zum Geburtstag", erzählen sie.

Doch es ist nicht nur die Technik, die den Käufern gefällt, sondern es ist vor allem die Geschichte, die hinter den Bildern steckt. "Immer wenn man die Bilder anschaut, denkt man an diese Geschichte, an das Gute, was man mit dem Kauf bewirkt", erklärt Jan Dressel.

"Putin wie Hitler"

Entstanden sind die Kulmbacher Werke vor der Corona-Pandemie, als Pavel Fedorov schon einmal in Oberfranken weilte und in Muckenreuth wohnte. Der Künstler hat nach Kriegsbeginn mit seiner Anti-Putin-Haltung nicht hinter dem Berg gehalten und an Demonstrationen teilgenommen. "Putin ist wie Hitler und er denkt und handelt wie Hitler", sagt der Künstler, der davon berichtet, dass er mit eigenen Augen gesehen habe, wie Menschen von der Polizei geschlagen worden sind.

Die Erlebnisse

Immer mehr Russen gehen aus Protest nach Armenien oder in die Türkei, erzählt Pavel Fedorov. Er selbst habe die Bedrängnis überall in Russland gefühlt. "Ich war an dem Tag, als der Krieg begann, in St. Petersburg." Menschen seien von der Polizei geschlagen und inhaftiert worden, berichtet er.

Fedorov ist nach Deutschland geflüchtet und möchte sich nicht verstecken. "Ich bin hier sicher. Hier werde ich nicht verfolgt", sagt der Künstler, der ausdrücklich mit seinem richtigen Namen in Erscheinung treten will. Er möchte seine Meinung öffentlich kundtun und sich in Oberfranken ein neues Leben aufbauen.

"Vielleicht können wir helfen"

"Vielleicht können wir helfen. Der Künstler kann nicht zurück, das wäre zu gefährlich", sagt stellvertretende Landrätin Christina Flauder, die sich freute, dass bei der Kunstauktion 1910 Euro zusammengekommen sind, die an Menschen aus der Ukraine gehen

Galeristin Marion Kotyba präsentiert die Werke von Pavel Fedorov noch bis zum 28. Mai. "Ich hoffe, dass noch einige kommen, um die herrlichen Werke anzuschauen und vielleicht auch zu kaufen. Die Kunst ist wirklich etwas Besonderes", betont Kotyba. Die Preise für Pavel Fedorovs Werke sind Verhandlungssache. Die Kulmbacher Galeristin hat versprochen, dem Künstle bei seinem Neustart in Deutschland unter die Arme zu greifen. Die Werke, die er mitgebracht hat, sollen auch in der Galerie gezeigt werden, sobald sie aufgezogen und gerahmt sind.