Drei Jubiläen gibt es 2015 in Rugendorf zu feiern: Im Februar beging der Gesangverein sein 125-jähriges Bestehen, vom 22. bis 24. Juli feiert die Landjugend ihr 50-Jähriges und die Gemeinde selbst ist heuer 700 Jahre alt. Die Ansiedlung ist sicher älter, jedoch wurde sie 1316 erstmals urkundlich erwähnt. Bischof Wulfing von Bamberg gab am 2. Oktober 1316 dem Eberhard von Blassenburg "Lehen im Dorfe Ruchendorf und zu Zaucha". Dies und vieles andere kann man aus der Chronik erfahren, die jetzt vorgestellt wurde.


Über ein Jahr

Über ein Jahr haben Walter Kynast, Georg Weisath, Herbert Schmidt und Stefan Dippold an dem Werk gearbeitet, auch Matthias Rupprecht und Hubertus Vetter und vor allem Georg Weisath, der die Geschichtsschreibung von Pfarrer Kohlmann weiter geführt hat. Entstanden ist ein Buch von 164 Seiten.

Neben den chronologisch aufgelisteten Ereignissen gibt es einen Abriss aus der Geschichte der jetzigen Ortsteile. Die Entstehung und Geschichte der Kirche ist dargestellt inklusive einer lückenlosen Chronologie der Pfarrer ab 1493.


Der Brand im Jahre 1852

Ergänzt werden die reinen Daten durch Darstellungen und Geschichten vom Leben im Mittelalter zum Beispiel und über das Schloss, aber auch über den großen Brand im Jahr 1852 sowie aus der Vor- und Nachkriegszeit. Viele Ereignisse wurden auch vom kürzlich verstorbenen Oberlehrer Günther Hess beschrieben. Von Hubertus Vetter stammt eine ausführliche Liste aller Flurnamen.

Viel Wissenswerte über das Dorfleben ist zu erfahren. Teils amüsant zu lesen sind Sitten und Gebräuche, die beschrieben werden. So soll ein Mädchen, das an einer Tischecke sitzt, erst einen Mann bekommen, wenn sie doppelt so alt ist. Auch Konflikte und Probleme zwischen Einheimischen und Flüchtlingen, die nach dem Krieg aufgetreten sind, werden aufgegriffen.


Die Integration von Flüchtlingen

Die Chronik gehe auf die Integration der Flüchtlinge ein, die das Gemeindeleben letztendlich bereichert hätten, sagte Bürgermeister Ralph Holzmann Dass die Rugendorfer "ein besonderes Volk" sind, das es verstehe, Tradition und Moderne zu vereinen, stellte Landrat Klaus Peter Söllner (FW) heraus.


Hier ist die Chronik erhältlich

Das Buch "700 Jahre Rugendorf, 1316 - 2016" ist gebunden und hat 164 Seiten. Es kostet 9,80 Euro und ist in einer Auflage von 500 Stück erschienen. Erhältlich ist die Chronik, die von Firmen mit finanziert wurde, im RugenDorfladen, bei Georg Weisath (Dorfschänke Zettlitz) und in den Rathäusern Rugendorf und Stadtsteinach während der Öffnungszeiten.
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