Der Brief der Oberfrankenstiftung kam für Uwe Franke völlig überraschend. "Sehr geehrte Herr Franke, ich freue mich, Ihnen mitteilen zu können, dass der Stiftungsrat der Oberfrankenstiftung beschlossen hat Ihnen - zusammen mit einem weiteren Preisträger - den Denkmalpflegepreis 2016 der Oberfrankenstiftung zuzuerkennen", schreibt darin Regierungspräsidentin Heidrun Piwernetz.

Uwe Franke war baff. "Ich habe das nicht erwartet und war völlig unvorbereitet." Umso mehr freut sich der 58-Jährige über die bevorstehende Auszeichnung, die mit 7500 Euro dotiert ist.

Uwe Franke engagiert sich über seinen Beruf als Restaurator hinaus für den Erhalt alter Gebäude.
So ist er ehrenamtlich als oberfränkischer Ortskurator der Deutschen Stiftung Denkmalschutz seit vielen Jahren im Einsatz und kompetenter Ansprechpartner in vielen denkmalpflegerischen Fragen.

Im unteren Schloss Wernstein befindet sich die Werkstatt des 58-Jährigen. Die Räume teilt er sich mit Schlossherrin Iris von Künßberg, die Skulpturen- und Holzrestauratorin ist. Eine ideale Ergänzung.


Die großen Projekte

Wenn man Uwe Franke nach seinen Lieblingsprojekten fragt, fällt es ihm schwer, sich zu entscheiden, weil: "Ich kann mich für bedeutende Denkmäler gleichermaßen begeistern wie für kleinere."

An großen Projekten, an denen er gearbeitet hat, nennt er die Rathäuser in Kulmbach, Lichtenfels und Marktzeuln sowie den Dreiseithof in Rugendorf und das Schloss Thurnau. Wenn die alten Gemäuer mit Leben erfüllt werden, freut das den Wernsteiner besonders dann, wenn es nicht nur eine museale Nutzung ist.

Das Fachgebiet von Franke ist breit gefächert. Der Schwerpunkt seiner Tätigkeit liegt in der Beratung und in der Begleitung von Arbeiten an historischen Bauwerken. Ziel ist dabei die denkmalpflegerischen Interessen mit der Ingenieurplanung zu koordinieren. "Ich habe meine Freude an diesem weiten Spektrum. Was ganz wichtig ist: Man muss ein Teamplayer sein. Schließlich kann man nicht alles wissen und muss immer wieder Kollegen, die Spezialisten auf ihrem Gebiet sind, um deren Rat fragen." Als ein Beispiel für diese Zusammenarbeit nennt er das Deckengemälde in der Kulmbacher Spitalkirche.

Der Denkmalpflegepreis wird am Donnerstag, 29. September, in der Klosterkirche in Ebrach verliehen.

Für Franke ist das die Bestätigung, "dass mein Grundgedanke richtig ist, die Denkmalpflege im öffentlichen Leben lebendig zu halten". Zugleich verweist er darauf, dass Denkmalpflege nicht nur Arbeitsplätze sichert, sondern auch Touristen anlockt, die ebenso einen Wirtschaftsfaktor darstellen.

Für ihn steht fest: "Denkmalschutz ist die Pflege der Kulturlandschaft, die uns prägt. Das ist Heimat."

Deshalb findet es Uwe Franke besonders schlimm, wenn Orte durch kriegerische Auseinandersetzungen zerstört werden. "Dadurch nimmt man den Menschen ihre Identität, sie werden heimatlos."