Die Wände sind frisch verputzt und gestrichen, Bürger aus der Gemeinde packen überall fleißig mit an, damit der neue Dorfladen im September eröffnet werden kann. Bürgermeister Ralf Holzmann (ÜWG) freut sich - dass die Menschen in seiner Gemeinde eine Einkaufsmöglichkeit im Ort bekommen, aber auch über das große ehrenamtliche Engagement, mit dem das Projekt auf die Beine gestellt wird. "So etwas ist nicht selbstverständlich, aber charakteristisch für die Rugendorfer", sagt der 51-Jährige. "Wir haben eine sehr gute Dorfgemeinschaft, die es Zugezogenen leicht macht, sich zu integrieren." Holzmann selbst hat das vor 15 Jahren erlebt, als er von Kulmbach nach Rugendorf kam und bei der Dorfmusik mitwirkte, deren Dirigent er bis vor wenigen Monaten war.

Der neue Bürgermeister dieser Gemeinde sein zu dürfen, mache ihn schon ein bisschen stolz, sagt Holzmann. Die ersten 100 Tage im Amt sind vergangen. Zeit für eine erste Zwischenbilanz: "Bei diesen 100 Tagen wird ja üblicherweise von einer Schonfrist gesprochen", so der Neue auf dem Chefsessel im Rathaus. "Davon habe ich nichts gemerkt. Es ging gleich voll los." Dem Bürgermeister ist das recht: "Das ist ja meine Aufgabe, für die Leute da zu sein. Deshalb habe ich kandidiert und dafür wurde ich gewählt."


Bei den Wahlen am 16. März hatte sich Ralf Holzmann mit nur 20 Stimmen Vorsprung gegen den bisherigen Amtsinhaber Martin Weiß (Wählergemeinschaft Pro Rugendorf) durchgesetzt. "Viele gucken natürlich besonders kritisch hin, was ich mache - weil ich neu im Amt bin und weil mancher mir das nicht zugetraut hat."
Positiv überrascht ist Holzmann deshalb, dass er in der Bevölkerung viel Zustimmung findet: "Ich habe den Eindruck, dass meine Arbeit akzeptiert wird." Das gelte auch für den Gemeinderat: "ÜWG und Pro Rugendorf arbeiten gut zusammen. Wir verschwenden keine Energie auf Grabenkämpfe. Es wird konstruktiv diskutiert und sachlich kritisiert. Das ist gut."

Die Doppelbelastung des Berufs als technischer Beamter beim Landesamt für Umwelt und des Bürgermeisteramts sei hoch, aber machbar, sagt der 51-Jährige. Er hat seine Arbeitszeit beim Landesamt reduziert, um genug Zeit für seine Gemeinde zu haben. Sehr hilfreich sei auch die gute Zusammenarbeit in der VG Stadtsteinach. "Ich werde gut unterstützt."

Das aktuell wichtigste Projekt im Ort sei der Dorfladen, aber es stehen weitere Aufgaben an: "Viele Straßen sind sanierungsbedürftig. Das müssen wir im Rahmen des finanziell Möglichen Stück für Stück angehen. "
Zu den schönsten Aufgaben im neuen Amt gehörten die Baby-Besuche. Glückwünsche zum Familien-Nachwuchs sind in Rugendorf Chefsache. "Es ist wichtig, alles zu tun, um als Wohnort für Familien attraktiv zu sein. Gleichzeitig unterstützen wir die Ansiedlung von Gewerbebetrieben. Da haben wir noch Expansions-Potenzial."


100 Tage im Amt
Seit 8. August sind die neu gewählten Bürgermeister 100 Tage im Amt, das sie am 1. Mai angetreten haben. Wir haben mit ihnen eine erste Bilanz gezogen - die Serie endet mit dem heutigen Beitrag aus Rugendorf.