Das Ensemble, das die Kulturinitiative Trebgast in diesem Jahr für das Feuerwerk der Klassik auf der Naturbühne gewinnen konnte, war hochkarätig: Almuth Siegel, Makiko Odagiri (Violine), Christian Sauer (Viola), Gernot Nutzenberger (Cello) und Stefan Danhof (Klavier) brachten internationales Flair nach Trebgast.

Denn die exzellenten Musiker konnten schon in vielen Metropolen Erfolge feiern: Sie spielten in der Philharmonie in Luxemburg vor den Reichen und Schönen, wurden im Konzerthaus in Wien bejubelt und bekamen Applaus im Louvre-Museum in Paris. Ob in Berlin oder Athen, beim Chopin-Festival in Warschau oder beim Musikfest Nara in Japan - überall sorgte das Nürnberger Ensemble für Furore. Denn die Musiker gelten als Impulsgeber für die fränkische Kulturlandschaft.

In Trebgast allerdings war die Resonanz verhalten. Und das lag vor allem an dem Werk "Kraken" von Thomas Larcher. Larcher ist ein zeitgenössischer österreichischer Pianist und Komponist. Bei dem Werk "Kraken" fordert er von den Musikern einen Dialog zwischen der kammermusikalischen Besetzung, bestehend aus Almuth Siegel (Violine), Gernuo Nutzenberger (Cello) und Stefan Danhof (Klavier). Danhof musste bei den verschiedenen Sätzen sein Klavier mit Gummikeilen präparieren. Er klopfte auf dem Instrument, erzeugte knarrende, rhythmische Geräusche. Bei "Kraken" setzten die Instrumente nach und nach ein.

Allzu experimentell allerdings war das Werk nicht, trotzdem stieß es die Konzertbesucher in Trebgast vor den Kopf. Weltoffene Klassik-Liebhaber titulierten die Komposition als "interessant", weniger geneigte Zuhörer schimpften offen über die Auswahl des Stückes. "Okay, das moderne Stück war gewöhnungsbedürftig. Aber die beiden anderen Werke kamen beim Publikum gut an", meint der Vorsitzende der Kulturinitiative, Hans-Jürgen Moos.

Außerdem stand Mozarts bekanntes Klavierquartett g-Moll KV 478 auf dem Programm. Almuth Siegel (Violine), Christian Sauer (Viola), Gernot Nutzenberger (Cello) und Stefan Danhof (Klaiver) zauberten auf ihren Instrumenten. Sie nahmen die Tempi gemäßigt, spielten mit großem Einfühlungsvermögen und ohne Hast und zelebrierten mozartesk die Sätze Allegro, Andante und das Rondeau.


Ein Wasserfall aus Funken

Auch Robert Schumanns Klavierquintett E-Dur op. 44 gelang den Nürnberger Musikern hervorragend. Makiko Odagiri übernahm bei diesem Werk, das innerhalb von nur fünf Tagen in einem wahren Schaffensrausch von Schumann entstanden sein soll, die zweite Violine, bereicherte das Ensemble. Das Klavierquintett bestand aus einem "Allegro brillante", das seinem Namen alle Ehre machte, aus einem langsamen marschähnlichen Satz, aus einem sehr brillant und perlend gespielten Scherzo und aus einem wunderschönen Allegro. Das Werk gehört zu den denkwürdigsten Stücken der klassischen Musik. Denn Schumann hatte das Werk als erstes Kammermusikwerk mit Klavier im Jahr 1843 in Leipzig vorgestellt. Am Klavier saß damals seine Frau Clara.

Pianist Stefan Danhof erweckte Schumanns Stück, das bis heute zu den Perlen der Klaviermusik gehört, zum Leben und begeisterte. Und kaum war der letzte Ton verklungen, explodierten Lichterfontänen im Dunkel der Nacht. Hinter dem Flügel rauschte ein Wasserfall aus Funken hernieder. Und die Naturbühne wurde durch rote Lichter erhellt. Denn zum Feuerwerk der Klassik gehört natürlich auch ein echtes Feuerwerk. Die Konzertbesucher versöhnten sich - spätestens in diesem Moment - mit dem modernen Stück.

"Aber wir müssen zugeben, dass unser Feuerwerk der Klassik so schlecht wie nie besucht war", zog Moos Bilanz. Denn nur 260 Kulturinteressierte waren gekommen, um an dem herrlichen Sommerabend klassische Musik auf der Naturbühne live zu erleben. Platz wäre für mindestens 450 Besucher gewesen. "Man wusste nicht, wie das Wetter wird, aber es ist auch die Vielzahl an Veranstaltungen, die uns zu schaffen macht", klagt der Vorsitzende der Kulturinitiative.


Wie geht es weiter?

Trotzdem soll das Klassik-Event auch in den nächsten Jahren fortgeführt werden. Allerdings gibt es auch schon Ideen, künftig das Konzert an den Trebgaster Badeesee zu verlegen und eine Art Serenade daraus zu machen. "Im letzten Jahr hatten wir afrikanische Musik mit Mozart gemischt, da kam das Publikum. Wir müssen immer einen Spagat zwischen echter Klassik und leichter Klassik machen", so Moos.
Im nächsten Jahr könnte es also wieder leichtere Kost zum Feuerwerk geben.