Mit einem Festgottesdienst feiert die Kirchengemeinde am Sonntag, 18. Mai, das 60-jährige Bestehen ihres Posaunenchores. Von Anfang an war die Mitgestaltung kirchlicher Festgottesdienste die Hauptaufgabe des Chores. Getreu dem Motto "Gott loben, das ist unser Amt" versuchte er aber auch, bei Familienfesten, Jubiläen, Zeltgottesdiensten, oder Gedenkfeiern am Volkstrauertag mit Chorälen auf die Bedeutung des Wortes Gottes als Dank und Trost im täglichen Leben hinzuweisen. In Altenheimen und Krankenhäusern bereiten die Auftritte des Chores, vor allem in der Vorweihnachtszeit, vielen älteren und kranken Leuten viel Freude.

Die Chormitglieder opfern für diesen ehrenamtlichen Dienst jährlich weit über 100 Stunden ihrer Freizeit, aber sie tun das gern.
Besonders bleiben ihnen Teilnahmen an überregionalen Veranstaltungen wie Landesposaunen- oder Kirchentage in Erinnerung, an denen oft über 5000 Bläserinnen und Bläser aus ganz Bayern mitwirken und zu einem unvergesslichen Gemeinschaftserlebnis beitragen. Gemeinsame Ausflüge, Theaterbesuche, Kegelabende und Geburtstagsfeiern sorgen außerdem für den Zusammenhalt des Chores. Getragen von dieser Idee, sah sich der Posaunenchor nie als Verein, sondern als Mitglied der Kirchengemeinde, die ihn all die Jahre, ebenso wie der Förderkreis für Kirchenmusik, finanziell absicherte und mit Noten, Instrumentenkauf und -reparaturen unterstützte.

Zwei der Interessierten, die sich 1953 auf Anregung des damaligen Pfarrers und späteren Dekans Wilhelm Mädl zusammenfanden, gehören dem Chor heute noch als Aktive an und können dieses stolze Jubiläum mitfeiern: Adolf Lauterbach (77) bläst immer noch die Bass-Tuba. Hellmuth Müller (73) begann mit der Trompete, wechselte dann zur Zugposaune und spielt heute den Bariton-Bass. Er ist seit 47 Jahren Obmann des Chores. Mit den ersten gebrauchten Instrumenten, die sie vor allem von den Mitgliedern der sich auflösenden "Popp'n-Kapelln" bekommen hatten, konnte noch keiner von ihnen etwas anfangen. Deshalb wurde jeden Dienstag im alten Gemeindesaal, der heutigen Bücherei, geprobt. Adolf Lauterbach erinnert sich: "Und hinterher sind wir gleich um die Ecke bei der Haberstumpf-Kuni eingekehrt. Da erzählten dann die Älteren ihre ganzen Lumpereien."

Keine offizielle Gründung

Eine offizielle Gründungsversammlung gab es nicht. Ab Sommer 1954 kümmerte sich der neue Gemeindepfarrer Rudolf Lutz um den Chor, seine Frau Anneliese übernahm die erste Leitung. Ihren ersten öffentlichen Auftritt hatten die Musiker am Heiligen Abend 1954. "Aber nicht im Gottesdienst", weiß Hellmuth Müller noch, "sondern hoch oben auf dem Kirchturm, direkt unter den Glocken, spielten wir ‚O du fröhliche‘".

15 Bläser im Alter von 22 bis 77 Jahren engagieren sich derzeit für den Dienst zum Lobe Gottes. Genau so viel wie im Gründungsjahr 1954. Einen Unterschied gibt es dennoch: Damals waren die Herren unter sich. Mit Birgit Gräbner stürmte erst Ende der 70er-Jahre die erste Frau diese Männer-Bastion. Heute mischen zusätzlich acht Bläserinnen mit. Und zwar so tüchtig, dass sie sich zu besonderen Anlässen als "Weibsblech" auch schon mal als eigene Gruppe präsentieren. Für Werner Gräbner, der den Chor seit 47 Jahren leitet, ist das kein Problem: "Wichtig ist, dass sie weiter bei uns dabei sind."

Den Festgottesdienst gestalten Dekan Jürgen Zinck, der Kirchen- und natürlich der Posaunenchor. Anschließend wird bei einem Weißwurst-Frühschoppen, Kaffee und Kuchen, auf dem Kirchplatz gefeiert. Am Standkonzert mit einem bunten Programm beteiligen sich außerdem die Gast-Posaunenchöre aus Neuenmarkt, Hiltpoltstein, und eventuell aus Dresden.

Begleitung mit dem Dudelsack

Dabei wird es zu einer interessanten instrumentalen Begegnung kommen: Erstmals wird ein Mitglied des Trebgaster Posaunenchores seine Posaune zur Seite legen und die Bläser mit einem Dudelsack begleiten.

Die Bevölkerung ist herzlich eingeladen, um mit ihrer Anwesenheit die Leistungen des Jubelchores zu würdigen.