Know-how aus Polen soll dem Kulmbacher Klinikum eine Spitzenstellung in einem Zukunftsmarkt einbringen: in der Telemedizin. Es sei gelungen, mit der Firma Comarch aus Krakau einen kompetenten Partner zu gewinnen, so OB Henry Schramm in der Stadtratssitzung am Donnerstag.

Finanzdirektor Lukasz Wasek stellte das Unternehmen vor, das über 5000 Mitarbeiter beschäftigt. "Wir sind eine IT-Firma und weltweit aktiv. Wir entwickeln eigene Software und eigene Geräte", sagte er. Der medizinische Sektor sei nur ein Teilbereich des Unternehmens.

Wasek bezeichnete die Telemedizin als wichtigen Zukunftsbaustein. Dafür habe man sogar ein eigenes Krankenhaus gebaut, um die Entwicklungen vom Comarch zu testen.


Anweisungen über Tablett-PC

Ein Pilotprojekt der Telemedizin ist auch am Klinikum in Kulmbach angelaufen, wie Geschäftsführerin Brigitte Angermann erläuterte. Das Ziel sei es, unnötige Krankenhausaufenthalte zu vermeiden, die Verweildauer zu verküren, die Behandlungsqualität zu steigern und den Menschen Sicherheit zu geben. Die Patientenüberwachung solle auf 24 Stunden ausgeweitet werden. Man wolle auch niedergelassene Ärzte und Pflegeheime einbinden. Derzeit, so Angermann, statte man Patienten auf freiwilliger Basis mit Tablet-PC, Waage, Blutdruck- und EKG-Messgerät aus. Die Leute kämen damit sehr gut zurecht. Über das Tablet bekomme der Patient auch Anweisungen des Arztes.

"Für die junge Generation wird die Telemedizin einmal selbstverständlich sein - eine umfassende lebenslange medizinische Versorgung", meinte Wasek.